Das türkische Reich- 51
Stadt verödet, nur von ein Paar tausend mohammedanischen Albanesenund Juden bewohnt.
Jassy oder Jasch, Hauptstadt der Moldau, in einer lachenden undfruchtbaren Ebene, am Baklui, der mehr einer Reihe von Sümpfen, alseinem Flusse gleicht, und deßhalb eine höchst ungesunde Luft über dieseStadt verbreitet, die in ihrem Aüßern große Ähnlichkeit mit Bukaresthat. Die Juwvhuerzahl belaüft sich auf 4st,UüN, darunter viele Deütsche,fast die einzigen Gewerbtreibeuden in dieser Stadt, und viele Armenierund Griechen, die an der Spitze bedeütender Handlnngshaüser stehen,welche einen lebhaften Verkehr unterhalten. Jassy ist außer der Resi-denz des tzospodars der Moldau der Sitz eines griechischen Erzbischofs.
Jenidsche Barbar, siehe Salonik.
Jenidscher, Stadt im Ejalet der Inseln, im alten Thracien, inden Morästen, welche die Mündung.des N.estuö oder heutigen Karashubegrenzen.
Jericho, stehe Rihha.
Jerusalem, el Kods oder el Scherif der Araber, das ist dieheilige oder die edle Stadt nämlich, die in den Augen des Muselmannseben so heilig ist, als i» denen des Christen, liegt auf dem Plateau desjudäischen Gebirgs, ungefähr in der Mitte zwischen dem mittelländischenund dem todten Meere. Das Merkwürdigste in Jerusalem ist unstrei-tig das heilige Grab, das Grab des Heilandes der Welt, über dem sicheine Kirche erhebt, die von der Kaiserin Helena erbaut worden ist. DieChristenheit besitzt hier drei Klöster, das lateinische oder römisch-katho-lische, das griechische und armenische, deren Gebäude mehr mit Kastellen,als mit dem Sitz des Friedens Ähnlichkeit haben. Das römisch-katholi-sche Kloster ist der Mittelpunkt der sogenannten Mission des heiligenLandes, welche ein Bistbum von 17 in Palästina, dem nördlichen Sy-chien, dem peträischen Arabien, Ägypten und auf der Insel Cypern ver-breiteten Kirchen und Klöstern umfaßt. Wie die christliche Kirche inden drei genannten Konfessionen seit uralten Zeiten repräsentirt ist, soUi unseren Tagen durch Stiftung eines eigene» Bisthums die evangeli-sche Konfession, auf Kosten von Preußen und England, während Frank-reich, Spanien, die italienischen Staaten zur Erhaltung des römisch-dalbolischen Klosters beitragen. Jene Klöster sind der Sammelplatz derchristlichen Pilger, welche alljährlich, auch hetzt zu Tage noch, in sehrZahlreicher Menge nach Jerusalem wallfahrten, vornehmlich aus den süd-«üropäischen Ländern und aus den christlichen Gemeinden, die im Mor-genland« und in den Ländern des nordöstlichen Afrika vereinzelt bestehen,essif der Stelle des Tempels Salomonis steht eine Moschee, außer ihrgibt es noch mehrere andere Moscheen; denn die mohammedanische Be-völkerung von Jerusalem ist zahlreicher als die christliche; im Ganzenbenommen mag sich die Jnwohnerzahl auf 30.aov Seelen belaufen. An-
Reliquien, Rosenkränzen und andern mit Perlmutter geschmücktenkurzen Waaren, die von den Christen in Jerusalem angefertigt werde»,bat die Stadt keine Industrie; sie liegt außerhalb aller Verbindung mit
großen Handelsstraßen, und ihre Umgebungen sind schwach bevölkert"ud meistens von nbmadisirenden Araber-Stämmen unsicher gemacht,^rnsalem ist der Hauptort eines Liwa, welches zum Ejalet Damaskusgehört.
Jensgatt, siehe Uskat.
Kahira, mit dem Artikel El, gewöhnlich Cairo genannt, Haupt-
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