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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Das persische Reich- 75

ihren Ebenen zeichnet sich vor allen die vom Noknabad bewässerte schöneEbene von Schiras aus, die durch Hafisens Gedickte verewigt ist.

In der Mitte des Tafellandes delint sich eine große Wüste aus, dieihrem ganzen Charakter nach an die Wüsteneien Syriens und Arabiens,an die ägyptischen und nnvischen erinnert. Diese Wüste beginnt in derProvinz Irak adschem, unfern der Stadt Koswiu, anfangs schmal, unddehnt sich, in südöstlicher Richtung immer breiter werdend, bis an densrüher erwähnten Gebirgsquerwall an der östlichen Grenze des persische»NeichS aus, an dem sie nicht Halt macht, sondern ihn überschreitet, umnach Herat, Afghanistan und Biludschistan weiter zu ziehen. An ihremRande liegen, in der Provinz Irak adschem: die Orte Rei, Kum, Ka-schan, Jßfahan; in Farsistan: Majin und Jesd; von Kerman: dieStädte Habs, Rud und Termaschir; von Kohistan: die beiden Tabs(Minan und Kilegi) und Kenn; von Kumis: die Städte Damaghan undSemuan. In dieser Wüste ziehen nur Näuberhorden einher, welche dieKaravanen plündern und ihren Raub in Schlupfwinkeln verstecken, dienur ihnen bekannt sind. Die meisten dieser Schlupfwinkel finden sich imBerge Kerkes, der zwei Meilen im Umfange hat, und von dem dasWasser Bida fließt.

Nimmt man die Länder des nördlichen Afrika und Arabien aus,so ist kein Land der Erde so arm an strömenden Wassern, als Persien.Das persische Reich, innerhalb seines im Licht der Gegenwart erscheinen-den Umfangs, besitzt von dem, was man Strom nennt, auch nicht dieleiseste Spur, und selbst von Flüssen eine so geringe Anzahl, dabei vonso geringer Ausdehnung, daß sie kaum der Rede werth sind, mindestensnicht in Nücksickt auf ihre Nutzbarkeit als Kommunikations-Mutel, diegar nicht stattfindet. Nur die beiden Provinzen Chusistan und Irakaosckem senden etwas erhebliche Flüsse in's Meer, jene in den persischenGolf vermöge des Tigris und Schal el Arab, diese in den kaspischenLandser, — aber nur einen einzigen, den Sefid Rud, d. i. der weißeFluß, sonst auch Turkan Holan, und gewöhnlich Kisil Ösen genannt, derin dem Gebirge Besckparmak des südwestlichen Gebirgswalleö entspringt»und nachdem er mehrere andere Ruds (d. h. Flüsse) mit sich vereinigtbat, in der Provinz Gilau zweiarmig in den kaspischen See fällt. Inden persischen Meerbusen ergießen sich, innerhalb der Provinz Chusistan,»»mittelbar der Tab, der in den Gebirgen von Sckiras entspiingt; mit-telbar durch den Schal el Arab, der Dsckerahi, der Ab Schuster (Wasservon Schuster) oder Karun, und der Karaffu oder Kerah, welcher in denGebirgen der Provinz Kurdistan, oberhalb Kermanschah entspringt. Alleübrigen Flüsse sind Steppenflüsse, deren Wasser entweder bei der Be-wässerung der Felder, wozu es vorzugsweise benutzt wird, drauf zehr,oder in der Wüste, wenn es diese erreicht, sich verliert. Als der größtedieser Flüsse wird der Kur genannt, der, zum Unterschiede des Kur inGeorgien, auch Bend Emir, d. h. Damen des Fürsten, heißt. Derselbeentspringt in dem Gebirge von Kelar der Provinz Chusistan, tritt balddarauf nach Farsistan über, nimmt die Wasser von Schaab bewan undanderer Thäler auf, bewässert den Distrikt von Kamefrus, die Ebene von^ierdeschl und geht in den See von Bachtegan. Den Namen Bend^>uir bat der Fluß von mehreren großen Dämmen, welche zum Haltendes Wassers, behufs der Befruchtung der Felder, angelegt worden sind.i-an anderer Fluß des innern Tafellandes, welcher einen verhältnißmäßigbedeutend langen Lauf hat, ist der Sendrud oder Saienderud, d. i. der