82
Mohammedanisches Staatensystem.
Ländern des westlichen Asiens der Weizen das Hanptkorn, anf dem dieExistenz des Volkes beruht; aber in Persieu mengt man ihn zuweilenmit Gerste. Nächst dem Weizen, der von ganz vorzüglicher Gute beiJesvchuast in Farsistan gebaut wird, steht der Mais, und in der feuchtenProvinz Masenderan der Reis, der daselbst das Hauptprodukt ist. VonHnlsenfrnchten werden Bohnen und Erbsen überall gebaut, insbesonderesind Erbsen ein Lieblingsgericht bei allen Persern, ganz besonders eineArt schwarzer Erbse, die beim gemeinen Volke stark verbraucht wird.Datteln sind in den südlichen Küsteugegenden von Fars ein Hauptnah-rnngsmiltel; und Melonen und Wassermelonen nehmen eine wichtigeStelle im Landbau ein, Jßfahan ist wegen dieser Kultur berühmt.Oostgärten umgeben Städte und Dörfer und das Holz der Obstbaümedient, in Ermanglung von Waldbaümsn, zum haüslichen Gebrauch;aber man hat die Bemerkung gemacht, daß das Obst, welches auf be-wässerten Feldern gezogen wird, obwohl es sehr süß und von gutem An-sehen ist, einen wässerigen Geschmack hat und nie so saftig und angenehmist, als das eüropäische. Der Weinbau hat in Persieu eine große Aus-dehnung, ganz besonders blüht er bei Terschis in Chorassan. bei Schirasin Fars, bei Jßfahan und Teheran in Irak adschem. Das Gesetz desPropheten verbietet den Muselmännern den Genuß des Weins; aber sostrikte die Türken, als orthodoxe Nechtglaübige, sich an dieses Gesetz ge-bunden haben, so wenig ist dies von den Persern geschehen, bei denender Wein seit Jahrhunderten in Gebrauch ist, vornehmlich in den süd-lichen Landschaften, wo der Wein von Schiras in hohem Rufe steht,und das Sprüchwort sagt, zum vollständigen Lebensgenüsse gehöre Brodvon Jesdchuast, Wein von Schiras und ein — Mädchen von Jesd. Ineinem so Holzarmen Lande, wie Persien ist, muß auf möglichste Holzer-sparung Rücksicht genommen werde», darum distillirt man aus Rosinenden Branntwein, z» dessen Fabrikation man auch Maulbeeren und wildeOliven benutzt. Terschis ist auch wegen seiner Granate», Äpfel undFeigen berühmt, welche letztere sonst in Persien nicht recht gedeihen wollen;Jßfahan wegen seiner Quitten; Pistazien sind in Iran ziemlich allge-mein, der Nußbaum dagegen ist selten; der Cttrvueubaum wächst nurin den südlichen Provinzen, wo der Limoniensaft von Fars in ganz Per-sien und selbst in Indien ein gesuchter Artikel ist. Gilrn hat eine beson-dere Art Orange von schwach bitterm Geschmack, die sich wegen ihreSeigenthümlichen Aroma zur Liqueur-Destillation ganz besonders eignet-Mit Ausnahme der kaspischen Küste hat Persien keine Ociven-Knltur,nur den wilden Öibaum, Dschidda genannt, kennt man hier; Ö! wirbdaher aus einjährigen Pflanzen, besonders Sesam, Ricinus, gewonnen-Mit Ausnahme der am höchste» gelegenen Gegenden wird in ganz P^sien der Baumwollenbau getrieben, der, außer bei Jßfahan und Jesb-das schönste Produkt am nördlichen Abhang des Albors sowohl, als ander Südseite dieser Gebirgskette liefert. Flachs und Haus werden dage-gen nur wenig gebaut, am meisten noch in Farsistan und in Masenderan,wo sich aber die Pflanze durch ihren starken Wachsthum so sehr erschöpf''daß man genöthigt ist, jedes Jahr neüe Saat aus Rußland kommen zulassen. Das Zuckerrohr wird an der Küste des persischen Golfs und "Masenderan gebaut, aber auch bei Jesd, was darauf hinweist, daß baTafelland von Persien hier eine tiefe Senkung besitzt, um die für daReifen des Rohrs erforderliche Wärme zu erzeugen; in der That ume"scheiden die persischen Erdbeschreiber in der Gegend von Jesd ein Germi