Das persische Reich.
85
Salpeter erzeügen; dieses Mineral findet steh auch bei Damaghan undSrcmna» i» der Provinz Taberistan; Auripigment in großer Mengein Kurdistan und im Kara Dagh; Steinkohlen gibt es bei TeheranDemawend, zu Sudschbulak und Nutzbar am Kistl Osee, zu Maraghabei Tebris; aber sie werden bis jetzt nur wenig benutzt. Persien istsehr reicb an Steinsalz und gewinnt außerdem ungeheure QuantitätenSalz aus seinen Salzsee», namentlich aus dem vonUrmia; die kaspischenProvinzen indessen beziehen ihren Bedarf an Salz theils aus Baku,theils von der östlichen Küste des Kaspi, die von den nomadisirendenTurkmannen besetzt ist.
Auf die technische Kultur der Perser lassen sich dieselben einlei-tenden Bemerkungen anwenden, welche wir bei der Türkei gemacht haben.In der Wollen-Manufaktur zeichnet sich die Teppich-Weberei vorlheilhaft,die ganz besonders in Choraßan, zu Teragun bei Hamada, und zu Mia-nah in hoher Blüthe steht, so zwar, daß eine jede dieser Fabrikations-fiätten sich durch eine besondere Sorte unterscheidet. Die persischen Tep-piche sind halb Wolle, halb Baumwolle, wodurch sie eine große Dauer-haftigkeit erlangen und ihre Farbe ist, weil sie aus vegetabilischenSubstanzen besteht, unverwüstlich. Das Gewebe verbraucht sich so schwer,daß ein Teppich vom Vater auf den Sohn erbt. Die Dessins sind mei-stens sehr unregelmäßig. Trotz des hohen Preises ist der Verbrauch anTeppichen ungeheüer, weil der Teppich in jeder persischen Haushaltungfast das einzige Möbel ist. Dabei ist er für wohlhabende und reicheLeüte ein Gegenstand des größten Luxus. Gewöhnliches Wollenzeüg,zur Männerkleidnng bestimmt, wird überall auf dem Lande bei den Tatssowohl als den Jlats gewebt, wobei nur weibliche Hände beschäftigt sind.Farbige Strümpfe sind in Persien ein sehr bebrütender Verbrauchs-Arcikel; man strickt sie aus Wolle und Ziegenflaum. Die gröbste SorteWolle und Ziegenhaar dient zur Anfertigung des Filzes, der bei denNomaden zum Zelt ein unentbehrlicher Artikel ist; aber man arbeitetauch aus Kameel- und Ziegenhaar feinern Filz, den sogenannten Kitsche,der außerordentlich stark, weich und dauerhaft ist, und den man in allenHaüsern Persiens, selbst den reichsten sieht, wo er die Stelle eines Stuhlsvertritt. In Ermanglung des Hanfs benutzt man Schafwolle und Zie-genhaar auch zur Seildreherei. In Masenderan jedoch werden aus HanfSchnupf- und Handtücher gewebt, die auf einem zu Tewikohr, einemkleine,, Städtchen dieser Provinz, abgehaltenen Jahrmärkte einen gutenAbsah finden. Leichte Sommerstoffe aus Ziegenhaar werden zu Choi inAierbeidschaft, in Chorassan und Kerman gewebt, und die Hauptstadt der§u>etzt genannten Provinz ist wegen ihrer aus Ziegenhaar gewebtenShawls berühmt, die in Hinsicht auf Solidität des Gewebes und derFarben, nicht aber in der Weichheit mit den Kaschmir-Shawls wetteifern.Auch Meschhed und Tebris zeichnen sich gegenwärtig in dieser Manufakturlehr vvrtheilhaft aus.
^ Die Baumwvllen-Manufaktur ist auch in Persien wie im ganzenAlvrgenlande ein wichtiger Zweig der Industrie. Masenderan im Be-rbern treibt eine aüßerst lebhafte Spinnerei und setzt bedeutende Quan-»saten Baumwollengarn nach Rußland ab, nicht minder auch weißenKattun, Bese genannt, der zu Hemden, Beinkleidern, Umschlagetüchernrc.^braucht wird. Der Kattun wird auch gefärbt und gedruckt, aber die^>si»s sind im letzter» Falle ohne Geschmack und das Gewebe selbst istgrob. Nur allein in Jßfahan werden feine Kattune gewebt, Kvdub ge-