Das persische Reich.
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haben an diesem Absah von Bannnvollenwaaren bis jetzt nur einen ge-ringen Antheil. Von Tuchen haben die öfierrcichischen» deutschen undbelgischen Fabrikate in Perfien einen sehr bedeutenden Absatz gefunden,so zwar, daß sie zur Nothwendigkeit geworden sind. Don englischemTuch finden nur die besten Sorten ihre Liebhaber. Die Tuche muffenerbsenfarbig, blau, oliveufarbig oder roth sein, wenn sie in Persien Ab-nehmer finden sollen. Die leichte» Tuche, wie Kasimir und Damentuch,haben bis jetzt eben so wenig Anklang gefunden, als die Merino'ö;wohl aber glatte und gedruckte Shawls und Camelots, woran die arme-nischen Handlungshaüscr, die sie nach Tebris kommen lassen, einen großenGewinn machen. Russisches Wollenfabrikat ist vom persischen Marktenoch immer ausgeschlossen. Ächtes Kaschemirzeüg und Kaschemirshawls,die ihren Markt in der Türkei verloren haben, behaupten ihn noch im-mer in Persien; beide Artikel gehören hier zum Bedürfniß des HofeS,ebenso französische Brokate in Gold und Silber. Leinwand von Flachsund Hanf findet nur wenig Absatz; dagegen ist der Absatz von österrei-chischem Papier in Persien nicht unbedeutend; russisches ist mit ihm inKonkurrenz getreten; was auch von den Papiermasche-Waaren gesagtwerden kann. Leder findet in Persien keine Liebhaber, dagegen ist derAbsatz an russischen Pelzwaaren, die direkt aus Sibirien über Bucharadahin gelangen, sehr bedeutend. Ebenso liefert Rußland Roheisen, wasüber's kaöpische Meer kommt, den Stahl zur Klingenfabrikation beziehtPersien aber, wie schon erwähnt wurde, aus Indien. Aber auch Eisen-und Stahlwaaren finden in Persien ihren Markt, namentlich gilt diesvon belgischen und russischen Fabrikaten, von denen erstere über Trebi-svnde, Erserum, Trebis dahin gelangen. Russisches Kupfer und Messingkaufen die Perser in kleinen Quantitäten. Böhmisches Glas, englischesPorzellan und Fayence und Krystall findet in Persien einen gesichertenAbsatz; diese Waaren sind ein Luxus-Artikel und werden theuer bezahlt.
Von Konsnintibilien fuhrt Perfien ein: Raffinade aus Westeuropaüber Trebisvnde, auch etwas aus Rußland über Nescht; Nhum undeüropäischen Wein, besonders Champagner; Kaffee aus Arabien; überAbnscheber und Trebisvnde Thee, dessen Genuß den Persern zum Bedürf-niß geworden ist; Salz von der turkmannischen Insel Tscheleken, auch»twcrs von Baku; Getreide aus Rußland nach den kaspischen ProvinzenGilan und Masenteran, die gar keinen Kvrnbau treiben. Don Färbe-sioffen gelangen die amerikanischen über Rußland nach Persien, der In-digo aus Sinch und Bengal direkt von Bombay und Calcutta über denpersischen Golf, welchen Weg auch die indischen L-pezereien nehmen.
In Persien, obwohl eö von Europa entfernter und schwerer zugäng-lich isi, als die Türkei, wird der europäische Gewerbfleiß mit der ZeitEin größeres Feld für seine Thätigkeit finden, weil der Perser seinenGeschmack mehr ausgebildet hat, als der schwerfällige Türke, und weilEr die Qualität einer guten Waare besser zu beurtheilen versteht unddemgemäß auch höhere Preise bewilligt. Diese Ansicht spricht Hagemei-ner, der genaue Kenner des mvrgenländischen Hantels aus, indem ermnzufügt, jede neüe Sache verkaufe sich leicht in Perfien, wo man sichmit seinem Ankauf gern brüste und die Neigung zum Staat und Luxusvorherrschend sei. Die Mode hat über das leichtfertige Perser-Dolk schonMehr Macht erlangt, als über die ernsten, gesetzten Türken.
Tebris und Kermanschah sind die beiden Eingangspforten des per-üichen Reichs von der Türkei aus; „ach Tebris gelaugt man von Erse-