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Das persische Reich. 89
stix nach Meschhed, wofür es rohe Seide und Seidenwaaren znm Tanschempfängt. Aus Buchara dagegen kommen die berühmten schwarzenSchaffelle, aus denen die Perser Mützen machen, sodann Kaschmir-Shawls, Thee, Rhabarber und russische Waaren; Meschhed expedirt sei-ner Seits Opium, Türkisen, Kcrman-ShawlS und Teppiche nach Buchara.Nach China geht zwei Mal des Jahres eine Karavane von Asterabad,die gefärbte Seide, seidene Schärpen und Gürtel, Kerman-Shawls, Pelz-werk, Zucker, Pfeffer^ und andere Spezereien dabin und russische Waarenzurückbringt. Die Straße von Asterabad und Schahrnd nach Meschhedist jährlich von «v,v»0 Pilgern belebt, die zur Grabstätte des JmamsRisah wallfahrten. Der Handel mit Biludschistan, welches mehr ei»Transithandel mit indischen Waaren war, hat ganz aufgehört.
Weder die Türkei noch Persien kennt eine andere Straße» als die,welche von den Thieren getreten werden. Die kunstmäßig angelegtenStraßen, deren es in Kleinasien und längs des südlichen Users desKaspi-Eees gegeben hat, sind längst verfallen und in ihrem gegenwärtigen Zu-stande eher ein Hinderniß, als ein Beförderungsmittel für den Trans-port. In den Gebirgen laufen die Wege beständig aus einer Linie fort,sobald sie aber in die Ebene treten, spalten sie sich oft in mehrere Züge.Führten und Fähren auf den größere» Flüssen vertreten die Stelle derBrücken. In den eüropäischen und kleinasiauschen Ländern der Türkeisind hin und wieder zweirädrige Karren in Gebrauch; in Persien dage-gen ist jedes Fuhrwerk unbekannt: das Kameel, das Maulthier, seltenerdas Pferd, ist hier das Lastthier, in Kurdistan der Ochs. In der Türkeisowohl als in Persien beschäftigt sich eine bestimmte Klasse von LeutenMit dem Waaren-Transport, die Tscherwvdars nämlich, welche gewisser-maßen eine unter Meistern stehende Zunft bilden und, im Verhältniß zuden eüropäischen Frachtfuhrleüten, eine sehr billige Fracht berechnen.I» Persien wie in Kleinasien findet man an den großen Karavanen-straßen Wirthshäuser, die sogenannten Karavanserais, die zur Bequem-lichkeit der Reisenden in älteren Zeiten erbaut worden sind, theils vonNegierungswegen, theils aber auch von Privatleüten, welche die Errich-tung eines solchen Werkes als ein frommes Werk erachteten.
Tebris ist, wie schon oben erwähnt wurde, der Stapelplatz für dieEuropäischen Manufaktur-Waaren, die in dem auswärtigen Handel Per-uens gegenwärtig auf der ersten Stufe stehen. Einige englische Handels-haüser haben sich in Tebris zum Betrieb dieses Verkehrs niedergelassen;Außerdem aber auch einige griechische Haüser aus Konstantinopel; dengrößten Antheil an diesem Händel haben jedoch die Armenier, welche sehrdedeütende Geschäfte mit Deutschland machen, und die Leipziger Messenu«d Hamdnrg besuchen, um hier ihre Einkaufe zu bewirken. Diese über-aus thätigen und spekulativen Geschäftsleute haben die deütsche SpracheErlernt und expebiren ihre Einkaufe entweder direkt von Hamburg zuschiffe nach Konstantinopel und weiter nach Trebisonde, oder sie nehmenaen alten gewöhnlichen Weg nach Trieft, und von dort zur See ebenfalls"ach Trebisonde. Auch die Perser selbst nehmen einen lebhaften Antheila» dem Handel mit eüropäischen Waaren; aber sie reisen nicht bis zu^.E>' Fabrikationsstätten selbst, sondern machen ihre Einkaüfe in Konstan-^»vpel, die kleinen Kaufleute sogar nur in Erserum oder Tebris, wo dieGrenze der fremden Kaufleute, denn von da aus wird der Handel imganzen Reiche nur von Persern selbst betrieben. Der Handelsstand ist in^Ersten sehr geachtet; die höchsten Staatsbeamten und selbst die Mit-