Das persische Reich.
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großen Feste statt, und selbst öffentliche Vergnügungen gehören zu denSeltenheiten. Das große Opferfest, bei den Türken das kleine Bairam,ist das größte Fest, wie Ostern in der Christenheit. Dazu gesellt sichdas Frühliiigsfest (Newruö in Persien) beim Frühlings-Äquinoctium,und bei den Persern das Tranerfest über den Märtyrertod Husseins.Noch andere religiöse Feste finden in der mohammedanischen Welt statt,auch hin und wieder lokale Feste, wie z. B. zu Demawend das Fest JdiKurdi, Fest der Kurden, an welchem der Sturz eines kurdischen Tyrannengefeiert wird.
8. Topographie.
Tehran, Teheran, die heütige Hauptstadt des persischen Reichs,unter 35° 4«>' nördl. Breite und 49° 4' östlicher Länge. Sie liegt amsüdlichen Fuße des Albors, auf dem Tafellande in einer Höhe von3,76V Fuß über dem Meere, in der Provinz Irak adschem, deren dreianderen großen Städte Hamadan, Kaswin und Jßfahan zu verschiedenenZeiten die Hauptstadt nud Residenz des Reiches waren, indem Hamadan,das alte Ecbatana, die Sommerrestdeuz der alten persischen Könige, Iß-faban der Thronsitz der Familie Sefi gewesen, und Tehran die Winter-residenz des regierenden Schahs, der die Sommermonate in der Nähevon Kaswin zubringt. Tehran hat eine deütsche Meile im Umfange,unter den sieben Moscheen eine vorzügliche, die königliche genannt (Mesd-schid Schah), mehrere Kollegien, bundertundfünfzig Karavanserais, ebensoviele Bäder, zwei große Plätze, auf deren einem alle Gebaüde öffentlicherAnstalten, während in der Mitte der Stadt, von einer Ringmauer um-geben, der prachtvolle Palast des Königs mit seinen vielen Gärten sicherhebt, von dem ein Theil Gülistan, d. h. Nosenhain heißt. Eine halbeMeile von der Stadt liegt das königliche Lustschloß Tacht Katschar, d. h.Thron der Katscharen, unmittelbar am Fuße des Albors, auf dessen Ge-birgshöhen und Schluchten sich die reizendsten Aussichten eröffnen. Nochnäher der Stadt steht ein anderes Lustschloß, Nigaristan genannt, d. h.Bildergallerie, denn es sind hier die Porträts der englischen Botschafteran den persischen Hof in Lebensgröße aufgehängt. Zur Sommerszeit,wenn der Hof auswandert, belaüft sich die Bevölkerung von Tehran aufkaum 4v,0vü I., im Winter aber steigt sie auf 150,V0V, die armenischenNud jüdischen Familien mitgerechnet. Außer einigen Teppich-Fabriken»ud etwas Eisenwaaren-Arbeiten ist die Industrie sehr gering, denn diegroße Mehrzahl der Bewohner Tehrans lebt vom Hofe, den Staats-beamten und den zahlreichen Vornehmen, die sich am königlichen HofeAnzufinden pflegen. Der Handel, der hier getrieben wird, ist daher auchkehr bedeütend. Nicht weit von Tehran liegen die Ruinen einer älternHauptstadt von Persien, nämlich die von Nei, des alten Nhagos derDibel, der Residenz der persischen Könige aus der Dynastie Seldschusc,bie von Dschengis-Chan zerstört wurde. Aus diesen Ruinen erhebt sichdas Mausoleum und die Moschee Mussa KassimS, deö siebenten Jmams.
Dir wichtigsten Ortschaften des persischen Reichs, in alpha-betischer Ordnung.
Abbasabad, Grenzstadt in Aserbeidschan, am AroS gelegen, derhier die Grenze mit dem russischen Reiche bildet, und über den hier die