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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Mohammedanisches Staatensystem.

sehr nahe, die Wohnungen sind sich ziemlich gleich, aber bei den ersterensind Glasfenster seltener, an ihre Stelle treten hölzerne Gatter oderLäden; und znm Teppich der Perser gesellt sich nicht selten noch einSopha; ein Kamin ist gewöhnlich die Feüernngsstelle. Wie alleStädte des Morgenlandes durch große Unreinlichkeit bekannt sind, soauch die des FürstenthnmS Herat, ja die Hauptstadt zeichnet sich vorallen ihren Schwester» sehr zu ihrem Nachtheile aus, die Straßen vonHerat liegen voll stinkenden UnflathS und sind dazu so eng, daß kaumein Kameel mit seiner Ladung hindurch kann.

Herat steht unter der Herrschaft eines Äfghanen-Fürsten von derDurani-Dtznastie. Dieser Fürst ist ein 'Neffe des gegenwärtig wieder aufdem Throne sitzenden KvnigS von Kabul, der ein Vasall des indo-briti-schen Reiches ist (siehe dieses). Seinerseits ist der Fürst von Herat ge-wissermaßen ei» Vasall des Schahs von Persien, mindestens hat er sichunter den Schutz desselben begeben, diesen Schutz aber, wenn er es seinenInteressen für angemessen hielt, nicht selten mit Feindseligkeiten erwidert.Der Fürst von Herat regiert ganz in dem despotischen Charakter, welcherden Regierungen der westasialischen Länder eigenthümlich ist. Die bür-gerliche Verfassung ist derjenigen gleich, welche in Persien rc. üblich ist;bei den seßhaften Völkern ist die Gemeinde, bei den Nomaden die^ Fa-milie und die Versammlung der Ältesten die Grundlage der Verfaßung,die auch hier den einzigen Schlitz vor den Erpressungen der Regierunggewährt.

Herat, die Hauptstadt des Landes, gilt für eine der stärkstenFestungen im Oriente, welche noch vor wenigen Jahren einer Monatelaugen Belagerung Seitens der Perser widerstanden hat. Die Citadellesoll, nach den morgenländischen Geschichtschreibern, schon Nabuchodouosorerbaut, und Alexander nur erneüert haben. Trotz seiner engen undschmutzigen Gassen hat die Stadt mehrere namhafte Gebaüde; Herat isteine der größten Städte auf dem Plateau von Iran, und zählt gegen-wärtig wohl an IVOMüJ , deren Gewerbfleiß schon oben erwähnt wurde,dessen Erzeügnissen hier aber noch das Nosenwasser zugezählt werde»muß, das selbst demjenigen vorgezogen wird, welches man in Schirasfabrizirt.

In dem Bezirke von Herat sind bemerkenswert»: Esfesas, auchder Garten von Herat genannt, ein durch seine Schönheit, sein Obst, be-sonders Birnen und Trauben, berühmtes Thal. Ebenso auch die kleineStadt Gurndsche, woselbst auch Blei- und Eisengruben im Betriebstehen. Oba ist nicht allein wegen seiner vortrefflichen Früchte, sonder»auch wegen seiner Therme — deren eine auch bei Gurndsche quillt,und Marmorbrüche, und Sawa wegen der daselbst gewonnenen Baum-wolle und Seide berühmt. Bei Pn schenk oder Fuschendsch wachsen dreschönsten Platanen Chorassans und es sollen hier hundert verschieden^Trauben gedeihen. Badzis ist der Hanptort eines Distrikts, der m>tPistazienhainen richt bepflanzt ist und das Bergschlvß Nertuke enthält,welches noch nie bezwungen worden. In diesem Distrikte liegt auch da»durch seine Tulpen-Zncht berühmte Jailak Hesarmisch, ein Sommer-aufenthalt der Bewohner von Herat; so auch das Thal Tacht Mele-,und der Distrikt Kuruch, im Gebirge auf zwanzig Meilen -ein frucht-bares Gartenland. Ferrah, eine große ummauerte Stadt am FlE* gleiches Namens, der ein fruchtbares Thal bewässert, ist, sowie die StahSebsewar, der Hauptort eines Distrikts. Die Landschaft Seistan, dt-

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