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Mohammedanisches Staatensystem.
es läßt sich sehr leicht unterscheiden, daß sie von andern Stellen herangeweht sind. In den Thälern kommen zuweilen Salzlager und salzigeBache vor, und fast alle Brunnen dieses Landstrichs haben entwederbitteres oder brackischeö Wasser. Diese Brunnen sind nie über 36 Fußtief, und viele von ihnen haben in der Hälfte dieser Tiefe schon Wasser.Zwischen Buchara und dem Oxus tritt das Wasser wohl unmittelbardurch den Sand an die Oberfläche, es hatte im August eine Temperaturvon 15'/-°, während die der Luft beinahe 38° betrug. Es kühlte in die-ser Hitze gleichsam wie Eis. In der Winterszeit sollen diese Quellenwarm sein, woraus folgt, daß sie während des ganzen Jahres eine kon-stante Temperatur besitzen. Der ganze Landstrich auf der Nordseite desOxus ist von Wanderstämmen dünn bevölkert und »»angebaut; alleindie Überreste von Wasserleitungen und Wohngebaüde», ganz besonderszwischen Karschi und Buchara, beweisen, daß in diesen jetzt verödetenLandstrichen einst ein regeres Leben waltete.
Bnchara's Gebirge liegen an seinen Grenzen. Auf der Ost- undSüdseite bilden sie die Marken des Königreichs; das Innere des Landesist von ihnen ganz frei, mit Ausnahme einiger niedriger Bergzüge zwi-schen Samarkaud und SchehrsabeS. DerHindu-Kusch und seine westlicheVerlängerung steht mit seinem Fuße l'/, Meilen südlich von Balkb.Daß diese Verlängerung noch eine bedeütende Höhe behauptet, erhelletaus der Bemerkung, daß im Meridian von Balkh, nur fünf deütscheMeilen von dieser Stadt entfernt, mitten im Sommer Schnee gefundenwird. Nähert man sich vom Opus her der Stadt Karschi, so erblicktman gegen Osten hin eine hohe Kette schneebedeckter Berge, die vonNorden nach Süden zu streichen scheint und mindestens 4V Meilen vonKarschi entfernt ist. Sie liegt nicht auf dem Buchara-Gebiet, sondernin dem kleinen Staate Hissar. Es ist die Kette, welche unter dem Na-men Kara Tagh oder schwarzes Gebirge vorkommt, ein Name, der aberheut zu Tage im Lande unbekannt ist; die Bucharen kenne» sie nurunter dem Namen Bai'tnu-Tagh, nach einem Orte, der in einem ihrerThäler liegt. Der Ak Tagb oder das weiße Gebirge, das westlichsteGlied in dem Gebirgs Systeme des Tbian Schon, streicht von Khoka»her nach Buchara herein, um sich östlich von Samarkand in die Ebenezu verflachen.
In der Physiognomie des Landes Buchara bildet das Fließende eineviel wichtigere Rolle, als die Gebirge. Buchara besitzt fünf Flüsse: denAmn oder Oxnö, den Sir oder Jaxartes, den Kvhik und die Flüsse vonKarschi und Balkh. Der Opus, dieser Strom von klassischer Berühmt-heit, wird von den Asiaten Dschihun und Amu genannt. Das WortDschihun bedeütet eine Fluth und wird in allen türkischen, persischenund arabischen Schriften, welche über diese Länder handeln, gebraucht,»die Ufer-Bewohner nennen den Strom aber Deria-i-Amu, d. h. Flnsi,oder wörtlich See von Amu. Der Oxus betritt als ein mächtiges Wasserdie Grenze des Königreichs Buchara ungefähr 12 d. Meilen östlich vonBalkh und bildet bis zum Meridiane dieser Stadt, von der er 7 '/, Mes*len entfernt ist, die Grenze mit dem Fürstenthume Hissar. Dann, sow>eer das Buchara-Gebiet ganz erreicht hat, tritt er in die Wüste, die erin nordwestlichem Laufe durchströmt, und von der er einen schmalesStrich Landes befruchtet, welcher auf jeder Seite kaum '/. Meile bre«ist. Während seines Laufes durch das Königreich Buchara ist er aller^wärts schiffbar und nirgends zu durchwaten. Im Sommer, währen