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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Königreich Buchara.

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der Schneeschmelze auf den hohen Gebirgen, die ihm seine Speiser geben,tritt er Monate lang, vom Mai bis October, aus seinen Ufern. Erzeigt dabei ei» periodisches Steigen und Fallen, jenes bei heiterem, die-ses bei trübem Wetter. Die Sch>fffahrt auf dem Oxuö ist innerhalbdes Gebietes von Buchara nicht sehr lebhaft. Brücken gibt es nicht aufdiesem Strome, man überschreitet ihn auf Fähren, die von schwimmendenPferden hinüber gezogen werden. Der Sir kommt nur als nördlicherGrenzfluß des Königreichs Buchara in Betracht. Er ist kleiner als derOxus, und soll auch durchwatbar sein. Wichtiger als der Sir ist derKohik oder Serafschan. Er entspringt in dem Gebirgslande, welches anden Grenzen von Buchara, Khokan und Hissar durch den Zusammenstoßder Ketten deö Ak Tagh und Kara Tagh gebildet wird, lairft nördlichvon den Städten Samarkand und Buchara vorüber, und bildet, statt inden Oxus zu fließen, in der Provinz Karakal einen See ohne Abfluß,der gemeiniglich Denghis, d. h. See genannt wird, 6 Meilen lang undvon Sanddünen rings umgeben ist. Diese Wasserfläche ist sehr tief undscheint beständig einen gleich hohen Wasserstaus zu haben; das Wasserist salzig. Der Kohik bewässert die fruchtbare Provinz Samarkand ; unter-halb dieser Stadt, in der Provinz Miankal, wird sein Wasser zum Zweckder Reiökultur abgeleitet; und bei der Stadt Buchara ist sein Bettedrei bis vier Monate lang ganz trocken, was für die Hauptstadt, die,binsichts ihres Wasserbedarfs, von diesem Flusse ganz abhängig ist, großeUnbequemlichkeiten hat. Der nächste Fluß ist der Karschi, der in dem-selben Gebirge wie der Kohik entspringt, durch Schehrsabes und Karschistießt, und unterhalb der zuletzt genannten Stadt sich in der Wüste ver-laust. Bei diesem Flusse sowohl, als beim Kohik. läßt man das Wasserauf eine bestimmte Zeit in die verschiedenen Wasserleitungen laufen, da-mit jedes Dorf, jeder Landbauer gleichen Antheil an den Wohlthatendes befruchtenden Elementes habe; ein zehntägiger Turnus ist hierbeigebräuchlich. Der letzte unter den Buchara-Flüssen ist der von Ba'.kh,weicher im Hindukusch entspringt, und ungefähr l'/, Meilen südlich vonjener Stadt in die Ebenen Turkistans tritt, wo Wasser sofort in einerMenge von Kanälen aufgefangen wird, die nicht allein nach Balkh selbst,sondern auch nach Masar, und dem 13 deutschen Meilen von Balkh ent-sernten Akhtschu geleitet sind. Eine unzählige Menge von Gräben durch-'reüzen das ganze Gebiet von Balkh, dessen gegen den Oxus hin sehr sanftgeneigter Boden aüßerst fruchtbar ist und unter dem Einfluß der Bewäs-serungen die üppigsten Saaten trägt. Diese Verhältnisse erklären es,daß Balkh einst ein volkreicher, mächtiger Staat war. Damals standensoeit größere Flächen unter Kultur, als gegenwärtig, die Spuren ver-chllener Wasserleitungen, die man überall trifft, geben Zeügniß von derästigen Blüthe dieses Landes.

3. Klimatische Seschakkenheit.

. Buchara, im Innern des Kontinents von Asten gelegen, hat, obwohlie>> südeüropäischen Halbinseln zwischen gleichen Parallelen, in Folges»'"' Lage ein entschiedenes Kontinental-Klima, d. h. heißen Sommerlieb Winter» von denen jener wegen der nicht unbedeütenden Er-

st ^'"g des Landes über die Meeresfläche gemildert, dieser dagegen aüßerstül^"g erscheint. Monate lang sind die Flüsse, wie der Oxus, und alle

"gen mit einer Eisdecke belegt, die nicht selten 4 —s Fuß dick wird.