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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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122
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Mohammedanische- Staatenspfiem.

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Im Sommer steigt das Thermometer selten auf 33°, und die Nächtesind, in Folge der Wärmestrahlung, stets kühl. Dies gilt jedoch nurvon der Stadt Buchara. Nähert man sich der Wüste, so steigt dieHitze im Sommer aus 38° und darüber. Die Fülle von Vegetativ»,welche die Stadt umgibt, mildert die brennende und sengende Hitze, dierings umher herrscht. Buchara, dieHauptstadt, liegt ungefähr 1,200Fußüber dem Meere.

Ein ewig heiterer Himmel wölbt sich über Buchara's Gefilde unvWüstenei, wie über dem Tafelland« von Iran. Dunkel azurblau zeigtsich das Firmament, selten durch ein Dampfbläöchen, noch seltener durcheine Anhaüfung von Dämpfen, eine Wolke getrübt. Die Sterne glän-zen mit einem Glänze, von dem wir in Eüropa keinen Begriff haben,und die Milchstraße erscheint prachtvoll am Firmamente. Selbst beimMondenlicht blitzen die am Horizonte stehenden Sterne, selbst dann,wenn ihre Höhe nur 3° oder 4° beträgt. Die brillianteften Meteorehören niemals auf, Raketen gleich durchschneiden sie den Himmel; zehnoder zwölf in einer Stunde sind ganz gewöhnliche Erscheinungen, dabeiin den manchfaltigsten Farben, roth, blau, gelb. Biichara ist ein Landfür den Astronomen, wie er es sich nicht besser, schöner denken kann;außerordentlich waren die Vortheile, die das einst berühmte Observato-rium von Samarkaud in dieser reinen und klaren Atmosphäre genoß.Im Sommer, in den Tagen, wann die Hitze ihre größte Intensität er-reicht hat, entstehen in den Wüsten zuweilen gewaltige Staubwirbel, diedie Luft aus Stundenlang verdunkeln. Drei Monate lang fällt Schnee,der Regen ist im Frühling oft sehr stark; aber im Ganzen genommenist das Klima von Buchara, wie aus der kontinentalen Lage des Landesnicht anders zu erwarten ist, ein durchaus trcckeneS zu nennen. DieVerdampfung erfolgt so rasch, daß die Straßen sogleich nach gefallenemRegen wieder trocken werden. Daß diese klimatischen Erscheinungen dermenschlichen Konstitution zuträglich sind, steht man an der großen Meng«alter Leüte, die man überall in Buchara antrifft. Balkh dagegen hatein ungesundes Klima, was man der schlechten Beschaffenheit des Was-serS zuschreibt. Auch ist hier die Hitze oft unerträglich. Die Weizen-ernte erfolgt hier in der Mitte des Juni, in Buchara um vierzehn Tagtspäter.

4. Das Volk.

Die Tadschiks oder Tats sind, wie auf dem Tafelland« von Iran,so auch in Buchara und in ganz Turkistan die Urbewvhner. Sie sinbdie seßhaften Ackerbauer und die Handelsleüte, weßhalb sie, eben hier »'Buchara und auch in Chiwa» von den Usbeken auch Garten genanntwerden, was so viel als Handelsmann bedeutet, und im verächtlich«^Sinne genommen wird. Die Tadschiks reden persisch, was seit lang«*Zeit die Sprache des Landes ist, denn Turkistan war lange vor demZeitalter der Kalifen eine Dependenz des persischen Reichö, und selbstdie Araber, als sie das inheimische Volk bekehrten, behielten die persisw«Sprache bei. Sie ist auch heütiges Tages die Sprache der Gebildetenund Gelehrten, diese mögen aus arabischem, türkischem oder indisch«>"Stamme entsprungen sein.

Der türkische Stamm der Usbeken, ein Name, der von Küssn ok«GuS, und Bek, Beg, d. h. Herr, abgeleitet ist, brach im Anfange ve