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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
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123
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Königreich Buchara.

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16ten Jahrhunderts aus seinem Heimathlande im Innern von Hochastenhervor, und unterwarf sich das ganze Land zwischen dem Hindu Kuschund dem Sir. Diese Usbeken sind das Herrscher- und zugleich zahlreichsteVolk in Buchara, dessen König seine Abkunft in direkter Linie vonDschingis Khan herleitet. Die Usbeken sowohl als Turkmannen, derenes innerhalb des Gebiets von Buchara auf der Südseite des O.rus gibt,reden den Dschagatai-Dialekt der türkischen Sprache, der mit dein osma-nischen Dialekt so große Ähnlichkeit hat, daß ein Usbeke von Bucharasehr leicht einen Türken von Konstanliuopel versteht. Die Usbeken undTurkmannen sind die beiden Stämme, welche die ursprüngliche türkischePhysiognomie am reinsten erhalten haben: klein geschlitzte, gegen dasEnde in die Höhe gezogene Augen, eine etwas platte Nase und wenigBart. Sie sind demgemäß gleichsam ein Mittelglied zwischen den Mon-golen und den kaukasischen Völkern. Die Usbeken theilen sich in 32Stämme, und unterscheiden sich noch heütiges Tages nach dieser Ein-theilung, die in ihren Hirten-Sitzen gebraüchlich gewesen sein soll. Außerden Usbeken und Turkmannen gibt es in Buchara noch eine dritte Klassevon Türken, die Nogaier nämlich, d'e aus Rußland eingewandert sind,und sich, ungefähr l,v0S Familien stark, in der Hauptstadt niederge-lassen haben. Dann nomadisiren auch noch Kirghis-Kasaken und Kara-kalpaken auf dem Gebiet von Buchara, namentlich in den Steppen amSir. Der Dialekt, den diese Völkerschaften sprechen, ist der verderbtesteder ganzen türkischen Sprach«.

Auch Araber gibt es in Buchara, und zwar in der Provinz Karakul,d. h. Schwarz See» wo sie als Schäfer leben. Das schwarze Schaf,welches das berühmte Fell zu Mühen liefert, macht den Reichthum ihrerH'erden aus. Nur wenige haben ihre Muttersprache behalten; die mei-sten dieser Araber sprechen persisch. Perser, Kalmüken und Afghanensind gleichfalls Bewohner des Königreichs Buchara.

Äußer diesen Völkerschaften, die sich sämmtlich zum Islam beken-u«n, indem sie alle Sunniten, und dazu höchst bigotte Fanatiker sind,gibt es in Buchara auch noch Juden, einige tausend Köpfe stark, diesuch, obwohl verachtet, doch in einer bessern Lage befinden, als in denÜbrigen Ländern Turkistans. Armenier halten sich gegenwärtig nur alsFremdlinge, auf ihrer Durchreise von Rußland nach Kabul, Indien rc.'">d umgekehrt, hier auf. Hindus, welche sonst in größerer Zahl in^"chara lebten, und, als Banianen, Banquier-Geschäfte daselbst betrie-bt, sind durch den Fanatismus der Usbeken genöthigt worden, daS"and zu verlassen.

5. Die Kultur des Volks.

Die physische Kultur bezieht sich im Königreich Buchara cbenso-"whl auf den Ackerbau, als auf die Viehzucht. Jener ist auch in diesem,"?de, wie wir bereits gesehen haben, durchaus abhängig von der Ae-usserung, die durch Kanäle, Gräben und Wasserleitungen bewirkt wird,. !' deren Instandhaltung Seitens der Regierung sehr strenge gesehen"d, weil von ihnen die Wohlfahrt deö Landes bedingt wird. Auchwlw" Feldarbeiten mit großer Sorgfalt betrieben: Nach der Be-. ,^ung wird der Acker gedüngt, und dann wohl bis zu sieben Mal» pstugt; aber der Dünger ist in Buchara ein sehr theürer Artikel, weiln»'»'vie in ganz Westasien, zur Feüerung dient, und mit der Viehzucht* selten die Stallwirthschaft verbunden ist. Der Ackerbau in den