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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Mohammedanisches Staatensnstem.

Oasen von Buchara hat eine so große Ausdehnung, daß wohl kein Naninmehr vorhanden ist, ihn noch weiter zu treiben. Die verfeinerten Be-dürfnisse der Bewohner dieses Reichs nöthigen sie überdem, einen grö-ßer» Theil ihrer Felder anf den Obstbau, sowie auf den Banmwollenbauund die Seidenzucht zu verwenden, mit deren Erzeugnissen sie einenTauschhandel mit ihren Nachbarn treiben, von denen sie die Rohstoffezu ihrer Industrie einhandeln.

Der Weizen ist auch in Buchara das Hauptgetreide. Merkwürdigist die Thatsache, daß in den Provinzen, welche auf der Südseite desO.rus liegen, dieselbe Weizensaat drei Jahr hinter einander eine Ernteliefern. Ist die Ernte vorbei, so wird das Bieh auf das Stoppelfeldget>ieben, und im folgenden Jahre schießen dieselben Stengel wieder aufund bekommen Ähren. Die zweite Ernte ist noch gut, die dritte aber,die unter denselben Umständen erfolgt, ist knapp. Im eigentlichen Bucharabat der Boden nicht dieselbe Kraft; denn in der Provinz Karakul trägtder Weizen nur siebenfältige Frucht. Gerste wird in Buchara wenig ge-baut, weil der hohe Preis des Bodens es nicht gestattet, ein Korn zusäen, welches hauptsächlich zum Viehfutter dient. Sehr gebräuchlich inBuchara, wie in ganz Turkistan, ist das Dschoghen oder Dschngari, dashier Dschugan genannt wird; es ist Holous «gecliarnins. Dieses Ge-treide gibt außerordentlich ergiebige Ernten; sein sehr dicker Stengelwird bis zu 6 Fuß hoch. Als Futterkraut gebaut, kaun man es 7 bis8 Mal im Sommer mähen. Das Korn dient jedoch nur armen Leistenzur Nahrung, besonders bei den Tnrkmanuen, die es mit Weizen ver-mischen. Mais und Hirse werden wenig gebaut; auch ist man mit deinWasser zu geizig, um dem Reisbau eine große Ausdehnung zu geben-Bon Futterkraütern wird Klee gebaut, der 7 bis 8 Mal geschnitten wer-den kann. Wegen der Luzerne verhält es sich wie mit dem Reis.

Buchara genießt im ganzen Orient einen großen Ruf wegen seinesObstbaues, doch bezieht sich dieser Ruf mehr auf die Quantität, als Qua-lität. Es gibt Pfirsiche, Pflaumen, Aprikosen, Kirschen, Äpfel, Birnen,Quitten, Wallnüsse, Feigen, Apfelsinen, Maulbeeren und Weintrauben,sodann auch Melonen, Kürbisse und Gurken. Das meiste Steinobst stehtdem Persischen an Güte nach, mit Ausnahme der Aprikosen von Balkb,die aüßerst schmackhaft sind und so groß wie ein Apfel werden. Es gibtverschiedene Arten von Weintrauben, darunter die besten eine rothe n»deine gelbe sind. Die Rosinen, die daraus bereitet werden, haben wederan Größe noch an Geschmack ihres Gleichen in der ganzen Welt; dage-gen sind die Buchara-Weine ein sehr »»schmackhaftes Getränk. Ausbwegen seiner Melonen ist Buchara doch berühmt; diese Frucht ist ei»Lieblingsessen, das man Jahr aus Jahr ein habe» kann, sie übertrifftan Wohlgeschmack Alles, was von Melonen im ganzen Orient bekanntist. Die Wassermelonen, die in Buchara gebaut werden, sind so gross,daß zwanzig Menschen an einer genug habe». Die Maulbeeren vo"Buchara sind deliciös; man trocknet sie wie Rosinen, und zieht aus ih-nen, wie aus den Weintrauben, einen Syrup. Samarkand war sonnwegen seiner schönen Äpfel berühmt, indessen scheinen sie aus der Artgeschlagen zu sein.

Baumwolle wird in großer Menge gebaut; die beste ist diejenige,welche bei Uratepe gebaut wird; -der die allerbeste gewinnt man be»Schehrsabes (s. dieses Fürstenthum). Große Quantitäten dieser Baumwolle von Buchara gehen nach Rußland, woselbst man sie eben so ht"v

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