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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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133
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Die Landschaften Derwazeh, Kaferistan und Karatigin. 133

Tadschiks von Iran, sie sprechen persisch, sind meistentheils Schiiten undzeichnen sich durch eine außerordentliche Gastfreundschaft aus, von derdas Sprichwort entnvnimen ist: „In Badakschan wird kein Brod ver-kauft.^ Am Ursprünge des Opus wandert auf der Hochebene Pamer,in deren Mitte der Siriknl liegt, eine Abtheilung des türkischen Volksder Kirghis Kasaken, ein Hirtenstamm, der nur von dem Ertrage seinerSchafheerden lebt, das kein Mehl, kein Brod kennt, nur von Fleischund Milch snbsistirt, und über den der Fürst von Kundus nur eine no-minelle Autorität ausübt.

Das Fürstentbum Kundus ist fast durchaus ein ackerbautreibendesLand, in welchem diejenigen vegetabilischen Erzeugnisse gebaut wer-den, welche dem Klima eines Berglandes in dieser geographischen Stel-lung eigenthümlich sind. Badakschan ist wegen seiner Rubinen undder großen Massen Lapis Lazuli berühmt, die in der Nähe des OxnSvorkommen, während der Srrvm selbst und alle seine Zuflüsse großenReichthum an goldführendem Sand besitzen. Die industrielle Thätigkeitist sehr beschränkt, auch der Handel hat keine große Ausdehnung. Erbewegt sich fast ausschließlich aus der großen Karavanenstraße von Bu-chara und Balkh nach Kabul, die den westlichen Theil des Fürstenthnmsdurchschneidet. Zwei andere Straßen, die nach Jarkend und Pischauerziehen, sind wenig besucht.

Die Distrikte unter der Oberherrlichkeit des Usbekeu-Fürsteu vonKundus sind, außer Kundus, mit der Hauptstadt gleiches Namens, diei» einem ungesunden Klima an der Öffnung eines Hochgebirgökhals inbie Opus-Ebene belegen ist, folgende: Khnlnm, Heibuk, Ghori, Jnderab,Talighan und Hnsrut-Jmam, unter deren, aus Tadschjks bestehenden,Bevölkerung Usbeken sich seßhaft gemacht haben, sodann die schon er-wähnten Landschaften Badakschan, Knlab, Schugnan und Wakhan, die,wie gesagt, eine reine Tadschik-Bevölkerung haben, und der DistriktTschitral, der auf der Südseite des Hindu-Kusch im Gebiet des Kabul-Stroms belegen ist. Auch dieser Bezirk hat Tadschiks zu Bewohnern,Und sei» Fürst, der dem Fürsten von Kundus Tribut zahlen muß, dendr in Sklaven abführt, macht ebenfalls auf makedonische Abstammung

Anspruch.

Die Landschaften Derwazeh, Kaferistan und Karatigin.

In den östlichen Gegenden von Turkiftan finden sich drei Bezirke,denen die ursprüngliche Bevölkerung der Tadschiks von den türkischenZudringlichen unberührt und unabhängig geblieben ist. Diese BezirkeM: i) Das von den Fürstenthümeru Hissar und Kundus umgebene"Uvstenthum Derwazeh, am obern Opus gelegen, der innerhalb der^ugen Grenzen dieses kleinen Ländchens sehr goldreich ist, was zu beden-enden Wäschereien Anlaß gibt. — 2) Die Landschaft Kaferistan, infast unzugänglichen Hochthälern des Hindukusch, zwischen Kundus""d dem Königreich Kabul, von den nomadisirenden halbwilden Siknander Siah-pusch (d. h. schwarzes Kleid, weil sie sich in schwarze Schaf-kleiden) bewohnt, die die mohammedanische Religion nicht ange»"dünnen haben, und deßhalb Käfern, d. h. Ungläubige, genannt werden.