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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Mohammedanisches Staatensystem.

Darum glauben die mohammedanischen Völker auch vollkommen berech-tigt zu sein, in diese Landschaft auf Menschenfanq zu ziehen. DieSklaven in Kundus und Buchara stammen größtentheils aus Kaferista».— 3) Die Landschaft Karatigin, in den südlichen Gebirgsschluchtendes Ak-Tagh, zwischen Kundus, Hissar, Buchara, Chvkand und demchinesischen Reiche, von den Gballschas bewohnt, die von den RussenOst-Perser genannt werden, Ackerbau treiben, in armseligen Hütten woh-nen, alle persisch reden und Sunniten sind. Matsche und Jgnau sindihre größten Ortschaften.

Das Fürftcnthum Chokand.

Zwischen dem Königreiche-Buchara, dem Kirghisen-Lande und demchinesischen Reiche, a» den Abhängen des westlichen Theils vvm ThianSchau-Gebirgcsysteme gelegen, und vom Sir und seinen Zuflüssen be-wässert, ist dieses gegen 4,2<M d. O Meilen große, und ungefähr dasselbeKlima wie Buchara genießende Land, von ungefähr 1 Million betrieb-samer Menschen bewohnt, die der Mehrzahl nach zum Stamme derTadschjks gehören, welche aber auch hier von der türkischen Völkerschaftder Usbeken unterjocht worden sind. Außer diesen Türke» ist Chvkandaber auch noch von andern Türken-Völkern besetzt, von den Kasake»nämlich, welche als Romaden mit zahlreichen Schaf-Heerden auf denGcbirgSweiden umherwandern, und von den Karakalpake», gleichfallsnomadisirenden Dirken, die aus der Wolle ihrer Heerdeu Teppiche undandere gewirkte Zeüge verfertigen. Die Hauptbeschäftigung der seßhaftenBevölkerung besteht, nachdem die Ackerbauarbeiten zur Erzieluug vo»Nahrungsmitteln beseitigt sind, in der Seidenzucht und Seiten-Manu-faktur reicher, mit Gold und Silber durchwirkter Stoffe für den Ver-brauch der Nvmaden-Horden, Beschäftigungen, auf denen der National-Neichlhum des wohlhabenden und verhäliuißmäßig gut regierten Staatesberuht. Nächst diesem Zweige der Thätigkeit blüht in Chokand auch derBaumwollenbau und die Baumwollen - Manufaktur. Das Land unter-hält sehr lebhafte Handels-Verbindungen mit Buchara, dem chinesische"Reiche, mit Rußland und auch etwas Verkehr nut Kundus. Es herrschtgegen Ausländer und selbst Nicht-Mohammedaner eine lieberale Geistsiiung; sie können im Lande leben, so lange sie wollen, ohne irgend ei»?Abgabe zu zahlen, und ihren Handel treiben, wie die Jngebornen, o>)"ealle Einschränkung.

Chvkand, die Hauptstadt des Fürstenthums, ist nicht kleiner alsBuchara und offen; nur der Palast des Fürsten ist mit einer Ringmauerumgeben. Durch die Stadt fließt ein Fluß, der nicht geringer als derUral ist, und sich brausend in das linke Ufer des Sir ergießt. D>Stadt hat gegen 5V Moscheen. In der Umgegend sind viele Gärten,denen noch Weintrauben gedeihen. Außer der Seidenzucht beschäftigt"sich die Bewohner auch mit Viehzucht; die Weide ist ringsumher g" 'Andere Städte des Fürstenthums sind: Usch, Andüdschän, die a>Hauptstadt des Landes, daher seine Bewohner in den benachbarten GrenzeProvinzen des chinesischen Reichs auch Andüdschäner genannt werdet -

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