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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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160 Mohammedanisches Staatensystem.

auch, daß Gewächs und Thierreich durchaus den Charakter der Tropentragen.

In diesem Ländergebiet wohnen die Täkai'rne (in der Einheit Tä-kruri), die von zweierlei Abstammung sind: wahre Neger, von schwarzerFarbe, platter Nase, großen und hervorspringenden Lippen, kurzem Ge-sicht, wolligem Haar; und Polen, Fulahö, Fellanieö oder FeUatahs,eine gemischte Nasse, deren Hautfarbe im Allgemeinen loh- oder kupfer-farbig ist, ihre Nase hervorstehend, ihr Mund klein, ihr Gesicht klein,ihr Haar ist zwar kraus und selbst wollig, aber dabei lang, ein Men-schenschlag, bei dem sich die Überlieferung erhalten hat, daß er von ara-bischen Vatern und schwarzen Müttern entsprossen sei. Die Grenzscheidedieser Völkerschaften verschiedenen Stammes wird ungefähr vvm Kammdes oben erwähnten Kvng gebildet. Alle Länder auf der Nordseite diesesKammes sind von den Polen, die auf der Südseite von den Negern be-seht. Die Polen erstrecken sich bis au den südlichen Rand der großenWüste und nehmen den bei weitem größten Theil des Beled-eö-Sudanein; die Neger sitzen in dem kleinern Abschnitt dieses Gebiets, auf dersüdlichen Abdachung des Berglandes bis an die unter dem sehr unbe-stimmten Namen der Sierra-Leone-, Körner-Zahe-, Gold- und Sklaven-Küste bekannten Gestade des Meerbusens von Guinea, sowie am Unter-lauf, im Delta des Dscholiba-Quorra, sowie im Innern des sudanischenTafellandes, wo die Polen alö Eroberer aufgetreten sind; aber außerhalbdes Beled-es-Sndau find sie, mit Ausnahme der östlichen Küsten, i» ganzAfrika, bis zum südlichen Wendekreise, zu Hause, wo sie an die Stämmeder Hottentotten und Kaffern grenzen, die beide einer andern, als derNeger-Rasse angehören. Nicht allein in physischer Beziehung, sondernauch in sprachlicher Hinsicht zeigt sich bei den Völkerschaften der Poleneine große Homogenität: die Polen- oder felanische Sprache erstreckt sich,in verschiedenen Dialekten, von der Gambia und dem Senegal querdurch ganz Inner-Afrika bis in die Gegenden am Oberlauf des Nil-stroms. Unter den Negern des Beleb-es-Sudan unterscheidet man da-gegen hauptsächlich vier, in ihrer Sprache sich absondernde Nationen,die Mandinger, die Wolofs oder Jolvfs, die AschanlieS und AradahS,welche letztere die an der ganzen Sklavenküste gebräuchliche adschiresch«Sprache reden. Die Sprache einer jeden dieser Nationen zerfällt jenach der Anzahl der Volköstämme in mehr oder minder zahlreiche Dialekte.

Mohammeds Lehre hat unter allen diesen Nationen große Fortschritt«gemacht, und macht sie noch täglich. Von sämmtlichen Pisten und vonvielen Mandingern und Jolvfs läßt sich annehmen, daß sie dem Koranfolgen, daß der MohammedanismnS bei ihnen wenigstens das bilde, wasman Staats-Religion nennt, wenn gleich der große Haufen des Volksin den meisten Gegenden dem harmlosen Aberglauben seiner Däter zu*gethan geblieben ist, was ibm bei den strengen Mohammedanern de»Namen der Kafirs oder Ungläubigen verschafft hat. Daß der JslaMauf die Völker Jnner-Afrika'S einen wohlthätigen Einfluß übt, ist nichtzu verkennen; er hat diese Völker aus den Banden einer tiefen Finsterniß befreit, die ihr Herz und ihren Geist befangen hielt im Dienst d«cZauberei oder der Fetische (von dem portugiesischen Wort Fetisso, d. h-Zauber), worunter heilige Dinge verstanden werden, welche von dekGottheit eine besondere Kraft empfangen haben, das Böse abzuwehren,Krankheiten zu heilen und gegen Unfall aller Art zu schützen. Mit den'Islam ist den Völkern Jnner-Afrika'S die arabische Sprache zugetragen

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