Buch 
6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
161
JPEG-Download
 

Die Fellatah-Staaten im Innern von Afrika.

161

' Tropen

heit Tä-schwarzerzem Ge-ellatahs,i' kupfer-ne klein,in Men-)ou ara-nzscheide> Kammte diesesgern be-- großen;-Sudanauf der>r uube-Sklaven-r Unter-anische»ißerhalbi» ganzStämmeals dersondernr Poleneckt sich,al quer>es Nil-nan da-atione»,vadahs,chiresclftfällt je

Dialekte.

tschritt«

rnd voni Korande, wasz Volks

äter z»^ern de»Islamist »ich^Finster-en st der. d. h->on derwehre»,?it de>"etrage»

worden, in der der Koran vorgetragen und kommentirt wird; und siebaden dadurch eine Schriftsprache erlangt, die ihnen von den sebr eifrigenMissionaren des Islams in zahlreichen Schule» beigebracht wird. Diearabische «spräche, die sie lesen und schreiben lernen, ist ss,r diese Vol-ker das Mittel geworden zu den Anfängen einer geistigen Bildung, vonder sich früher in ihrem Zustand der Barbarei keine Spur gesunden Hai;Und der Koran, indem er das religiöse Gesetzbuch wurde, ist auch dasbürgerliche, und somit die Grundlage zu einer veruunftmäßigeu Ent-wicklung jener gesellschaftlichen Ordnung der civilistrren Menschen gewor-den. die sich bei den heidnischen Völkern nur höchst seilen oder fast garnicht vorfindet.

Ein genauer Beobachter entwirft folgendes Gemälde von dem LebenUnd Wesen der Täkairne und aller tropischen Afrikaner:

Begabt mit einer Sorglosigkeit, die kaum zu beschreiben ist, leicht-ünnig, indolent, unglaublich träge, und äußerst mässig, lebt der Tä-kruri in seiner Heimath ganz ohne Sorge, ohne viele Bedürfnisse zukennen, ohne Noth und Mangel, nicht vom Ehrgeiz gestachelt, und selbstohne leidenschaftliches Verlangen zu hegen, unbekannt mit den Bedürf-nissen, die den civilisirten Menschen quälen. Seine physischen Bedürfnisseund leicht befriedigt, und andere gibt es für ihn nicht. Das warmeKlima erlaubt ihm, ohne Kleider zu gehen, und wenig Sorgfalt aufseine Wohnung zu verwenden: eine halbe Elle Baumwollenzeüg reichtiur Kleidung eines gemeinen Täkruri hin, und einige Zweige, etwasMohr oder Stroh, oder Blätter genügen zur Hütte. Geht diese durch«euer oder Sturm verloren, so ist der Verlust nicht groß und bald er-Uht> Tsie Bewohner von Inner-Afrika essen gewöhnlich Reis, Hirse,Mais, Bataten, Jgnamen und Manihot, in Dampf gekocht, mit etwas»leisch oder durch einige Blätter und Kraütsr gewürzt, mit Butter oderMlmöl geschmelzt. An den Küsten, an den Seen und Flüssen haben sie6'ische, die Wälder liefern Wild, Hühner, Tauben, Perlhühner sindÜberall in Menge, und der Neger liebt das Fleisch des Elephanten,Hippopotamus, selbst der Eidechsen, und er hat eigentlich keinen Ekel;w>n ist fast Alles eßbar, sogar verdorbenes Fleisch und verfaulte Fische.

den fruchtbaren, wald- und weidereichen Landschaften treiben die^ftvolmer Viehzucht, die sich auf Rindvieh, Büffel. Schafe und Ziegenflieht. J„ dieser sowohl als in ackerbaulicher Hinsicht zeichnen sich dieFvlen, auf einer höheren Kulturstufe stehend, sehr voriheilhafc aus;Aftdezucht ist bei ihnen zu Hause, die ein Roß erzielt, welches aus derMlchung arabischen und inheimischen Bluts entstanden ist. ZwanzigArbeitstage im Jahre sind hinreichend zum Bestellen der Felder, welche^!'eu jhre Hauptnahrung geben. Wo die Laudbesttzungen bestimmtes^'genthum sind, sind die Täkairne reich; die Freien haben fast alle Ekla-die den Ackerbau treiben; im größten Theil von Afrika aber wählt^ * ganze Dorfschaft ein Stück Land, macht es urbar, besäet es, diernte wird gemeinschaftlich eingesammelt, und nach Verhältniß der Fa-ulten vertheilt, was die Alten besorgen, oder man bringt sie in ge-Aunschaftliche Magazine, aus denen Jeder nach und nach erhält, was» bedarf. Wasser ist das gewöhnliche Getränk der Afrikaner: bei ihrenAUtei, trinken sie Palmweiu oder ein von Bananen zubereitetes Getränk,Bier, Pitto, das sie aus Hirse bereiten. Indigo und BaumwolleJ"et ihnen das Land von selbst dar. Die Frauen sammeln, was dieuamilie an Baumwolle bedarf, spinnen sie, und die Weber verfertigen

Werghau», Bd. VI. r. A»th. 11