Die vereinzelten Vvlkerstämme an der Ostküste von Mittelafrika. 165
Badibu, -, Ervpu-Vereine,jert wer-»g. hier
indeß ihre in der Wüste erlernte Lebensweise umherziehender Hirten undHandelsleute aufzugeben. Ganz dieselbe Lebensweise führen die Tnariks,die mit den Mauren auf der Westseite grenzen und steh bis zum Meri-dian von Fessan erstrecken. Die von ihnen besetzten Oasen sind Ghada-wes, Tnar, El Berkat, Ghral, Ganat, Aghades und Avir, in denenAckerbau betrieben wird und feste Wohnpiatze sind. Auf der Ostseite derTnariks folgen die Tibbus, die mit jenen von gleicher Abstammung, abervon dunklerer, fast ganz schwarzer Hautfarbe sind. Gleichfalls Noma-den, haben einige Stamme feste Wohnsitze in den Oasen Bilma, Abo,Birgu, Arna, Bahr-el-Gasel, Wajnnga rc Diele Stämme der Tnariksund Tibbus sind Kafirs oder Ungläubige, d. h. Nichtmohammcdauer.
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Die vereinzelten Völkerstämme an der Ostkiiste vonMittel-Afrika.
Am Oftabhange des habessinischen Hochlandes, und von dort ausgegen die aüßerste Ostspitze des afrikanischen Erdthcils, des Kap Gar-dasni oder Dschardafun, erstrecken sich große Wüsteneien, die jedoch, wiedir Sahara, einzelne KultursteUe» ganz vorzüglich längs der Küste br-ühen. In diesen Gegenden leben die Wanderstämme der Danakil undSomalis, jene nördlich, diese südlich von der Straße Bab-el-Mandel,Kelche die Mündung des rothen Meeres bezeichnet. Diese Völkerschaftensind von derselben Abstammung, wie die Beduinen des östlichen Nu-biens, und ein Theil der ackerbautreibenden christlichen Bewohner vonAbyssinien.
Das Land, welches die Danakil und Somalis bewohnen, wird Adelgenannt. Beide Völker sind strenge, ja fanatische Mohammedaner; siesind Hirtenvölker, treiben nur wenig Ackerbau, haben wenig oder fastgar keine Industrie, dagegen treiben sie einen ansehnlichen Handel, der'»deß bei den Danakil auf die Verrichtung von Karavanenführern be-schränkt ist. Die Somalis stehen der Mehrzahl nach unstreitig auf einerbvhern Stufe der Kultur als die Danakil; denn sie treiben bebrütende^chifffahrt in selbstgebauten Fahrzeügen, die in den Häfen Berbern und3ey>a jhre Stationen haben, und von da aus nach Mvchha und anderen^abischen Küsteiipuiikten schiffen. Auch Tudschurra, ein kleines Küsten-°vrf der Danakil, treibt etwas Küsteuschiffsahrt.
Diese Völkerschaften zerfallen in eine große Menge Stämme, derenb?der einen kleinen Staat für sich bildet. Der mächtigste von diesen scheintHarrar zu sein, von Somalis bewohnt, mit Städten und Dörfern,Ackerbau und Industrie, der civilistneste unter den Stämmen nicht alleinf.kstr Völkerschaft, sondern im ganzen östlichen Afrika, aber auch fana-usche Anhänger des Islam, die es keinem Cbristen gestatten, ihr Land^" besuchen; sie sind die vornehmsten Handelsleüte in diesem Theile vonstnka, die weit in's Innere des Erdtheils reisen, und denen keine^brache der Binnenvölker unbekannt ist.