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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Die christliche» Staaten

preise von 60 Speciesthalern die größteHälfte mit 120,000 SpecieStbalerNausmachen. Man rechnet ferner Moschus zu 9,000 Thlr., 300 StuckElephantenzäbne 6,00» Tblr., 400 Centner Wachs 8,000 Thlr., lOOCent-ner'Anaria-Kaffee 1,000 Thlr., gegerbtes Leder und Rohbante 1,500 ?hlr.,Cbele, ein eigenthümliches Gewürz aus Auaria, das stark nach Indienverführt wird, im Werthe von 1,000 Thlr., 2,000 Centner Butter 16,000Thlr., Honig, Weizen und andere Cerealien, sämmtlich für den Ver-brauch zu Massaua für 6,000 Thlr., endlich 2,000 Unzen Gold zu 20Thlr., 40,000 Tblr. Abysstnien empfängt über Massaua vom Auslande:Rohe Baumwolle, Baumwollen- und Seideuzeüge, und Pfeffer, sämmt-lich aus Indien; aus Aegvpten werden eingeführt: Glasperlen, linneneHemden, ordinär rothes Tuch, Spiesglanz, kleine Spiegel, rohe Seide,Glaswaaren, Rasiermesser, Säbelklingen, Saffian, Zink, Luntenflinten-laüfe, türkische Teppiche; von Bahra kommen: die' daselbst gefertigtenTrinkflaschen, und sehr viel persischer Tabak, sowohl zum Rauchen ausder persischen Wasserdampfpfcife, als auch zur Verarbeitung zu Schnupf-tabak.

Die physische Beschaffenheit des Landes, die durch »„schiffbare Flüsseund schwer zu übersteigende Gebirgsketten charakterisiret ist, gibt wenigAussicht, daß der Handel jemals belebt werden könnte, wenn auch wirk-lich anS den südwestlichen Grenzlänbern Abyssiniens ein bedeutendesQuantum von Ausfuhrartikeln zu Markt gebracht würde. Ueberdeinwäre der Transport derselben durch das Nilthal nach Aegypten ein weitbequemerer und natürlicherer Weg. Daß aber jemals durch Industriein Abysstnien künstliche Handelsartikel erzeugt werden, dafür ist vorerstkeine Wahrscheinlichkeit vorhanden. Dieses Land ist und war immersehr arm und wird es auch in Zukunft bleiben. Nie haben deßhalb ehr-geizige Eroberer ihre Blicke auf dasselbe geworfen, und sogar dem hab-gierigen Mehemet Ali Pascha von Aegypten scheint es nicht nach seinemBesitz zu gelüsten. Wenn dieser Usurpator je einen Eroberungszng nachAbysstnien unternehmen sollte, so geschieht es sicher blos in der Absicht,die wehrlose Bevölkerung als Sklaven wegzusühren; an einen bleibendenBesitz des Landes aber würde er in diese», Falle sicherlich nicht denken-So viel ist indessen gewiß, daß der Erfolg eines abyssinische» Ervbe-ruuqsznges nicht im mindesten zweifelhaft sein würde, und daß der Ero-berer im Lande selbst unter dem Raubgesindel der Bevölkerung Unter-stützung finden würde. Der gänzliche Mangel an eigenen Ausfuhrarti-keln macht, daß die eüropäischen Staaten nur durch eine Art von reli-giöser «Sympathie einiges Interesse au Abyssinicn zu erkennen geben; dervon der evangelischen MissionSgesellschaft im I. >830 in der reinsten Ab-sicht gemachte Versuch, den moralischen Instand der Abyssinier durchEinführung von Schule» und Verbreitung der heiligen Schrift zn bes-sern, ohne dabei im Geringsten sich in dogmatische Streitigkeiten einzu-lassen, ist in Tigre und Amhara ganz febl geschlagen, und scheint auchin Schoa, wo er später wiederholt worden ist, keine Früchte zu tragen-Nüppell, dem wir die obigen Bemerkungen wörtlich entlehnen, ist derMeinung, das zweckmäßigste Mittel, die abyssinische Nation von Auße»her und auf Privatwegen zu regeuerireu, bestehe in der Entwerfung »istVerbreitung einer, dem Fassungsvermögen und den moralischen Interessender Inwohner angepaßten Landesgeschichte, in welcher ihr ehemaliger,Vergleichungsweise ehrenhafter Zustand, und ihre jetzige Erbärmlichke»gehörig hervorgehoben, und auf die Belebung des Nativnalgefühls,

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