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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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von Abyssinien.

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sich nach Gefallen ihren Lebensunterhalt als Hirten selbst zu suchen. DieMädchen werden zu den kleinen Hausgeschäfteu gebraucht. Der Unter-geht beschränkt sich auf Lesenleinen, die Erklärung der Bibel und derübrigen ihrer Religionsdücher, so wie des bürgerlichen Gesetzbuches. DieKenntniß des Schreibens findet man selten. Man kann annehmen, daßür Amhara der fünfte, und in Tigre der zwölfte Theil der männlichenBevölkerung des Lesens kundig ist. Die Töchter der höheren Srände ler-nen nichrS als Spinnen und die Hausivirthschaft, und nur wenige Damenllibt es, welche lesen können.

Die Abyssinier bezeugen gegen ihre Obern viel Ehrfurcht; kaum hörtwan Einen Böses von demjenigen sprechen, der sie regiert. Die Dienst-boten lieben ihre Herrschaft; denn diese ist sanft gegen sie und sprichtoft mit ihnen, wie mit ihres Gleichen; und da es ein Merkmal von be-haglicher Wohlhabenheit und Wohlwollen ist, mehrere Dienstboten zuhabe,,, so nimmt Jeder so viel als er nur ernähren kann, wenn er gleich»icht für Alle Arbeit hat.

Wenn unter dem gemeinen Volk ein junger Mann das sechzehnteJahr erreicht hat, so richtet er sich so ein, falls er beim Vater bleibt,baß er zwei Jahre später sein Mädchen von etwa vierzehn Jahren hei-schen kann. Dann bleibt er ein HauSvater sein Lebelang; aber seineganze Arbeit besieht im Bestellen des Ackers, im Banen seines Hauses»der der Neperatnr desselben, und bisweilen sieht man ihn auch mit sei-nem Weibe bei der Ernte. Alle übrigen Geschäfte werden von den Wei-bern verrichtet. Ungefähr die Hälfte des jungen Volks tritt im Altervon fünfzehn oder sechszekn Jahren in Dienst, entweder als Tagelöhneroder alö Soldaten, was sie dann für das ganze Leben bleiben.

Gelangen die Abyssinier in ein gewisses Alter, so werden die meistenMönche oder Nonnen, sie mögen reich oder arm, verheirathet oder ledig'ein. Die Reichen überliefern dann ihre Besitzungen ihre» Kindern, welchebie Ältern mit vieler Kindesliebe bis an den Tod ernähren.

Wir haben hier, von der Hand zweier aufmerksamer Beobachter,^»e ausführl'chere Schilderung von dem moralischen und bürgerlichenZustande eines Volks gegeben, das, auf der fernen östlichen BerginselAs tropischen Afrika lebend, unser Interesse und unsere Sympathie inbvhem Grade in Anspruch nimmt, weil durch seine Vermittelung, ist esAst selbst dem wahren Christenthum gewonnen worden, die Lehre des^beltheilandeS in das Innere des Erdtheils getragen und unter den Hei-benvölkern des Binnenlandes verbreitet werden kann. Sind gleich dieAsten Versuche der evangelischen Mission, die Abyssinier für den reinen^hrisinsglanben empfänglich zu machen, nickt von Erfolg gewesen, soArf dennoch nicht daran gezweifelt werden, daß das Licht die Finsternißdurchbrechen, und es erneüerten Anstrengungen der Heilandsboten gelitt-en werde, die Hauptstädte des Landes, Adua oder Adaua in Tigre,, dudar in Ambara und Ankobar in Schoa zu eben so vielen Central-buukten der Aufklärung zu machen.

. Von dort aus wird sie sich auch unter die christliche BevölkerungAM südwestlich von Sckoa liegenden Landschaften Gurage, Anaria oder?Mrea und Kassa verbreiten. Die Christen dieser Landschaften sind unter

Namen Simaua bekannt. Aus allen diesen Ländern wird kein Gold^ Ergebniß des eigenen Bodens, wohl aber eine Menge schöner Sklavenausgeführt.