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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Das chinesische Reich.

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Die Wassermasse, welche sie zu Tschung-king, in der Provinz Sse-tschuan,haben, ist schon bedeutend, denn der Strom ist hier, 260 deutsche Mei-len von seiner Mündung entfernt, fast eine halbe deutsche Meile breit.Seine Breite an der Mündung ist gegen 4 Meilen und die Länge desLaufs nicht weniger als 720 Meilen; er ist fast noch ein Mal so langals die Donau und er trägt daher mit Recht seinen Namen Jan-tse-kiang, d. h. Sohn des Weltmeeres.

Der zweite Strom Cbina's, der Hvang ho, d. i. der gelbe Fluß,von der Goldfarbe, die sein Wasser in der Überschwemmungszeit vornSchlamme annimmt, entspringt in der Nachbarschaft der Quelle desKiang. Die Lange seines Laufs ist gegen 150 Meilen geringer, auchseine Wassermasse weniger bedeütend. Dennoch hat der gelbe Stromseit den ältesten Zeiten die größten Verheerungen an seinen Ufern an-gerichtet, und man war stets bemüht, seinem Austreten Dämme ent-gegen zu setzen. Man hat Grund zu glauben, daß die Mündung desHvang ho sonst nicht da war, wo wir sie jetzt sehen, sondern daß er,statt auf der Südseite, auf der Westseite der Provinz Schan tung vor-bei in den Meerbusen von Tschi li oder Liao-tung abfloß.

Wie die chinesischen Geographen in ihren systematischen Klassifika-tionen der Berge fünf auszeichnen und ihnen eigenthümliche Titel geben,eben so zählen sie auch vier Ströme unter dem Namen Sse-tu (die vierAusflüsse oder Kanäle), nämlich den Kiang, Ho, Hoai und Tsi. Zudiesen Strömen muß man noch eine beträchtlich« Anzahl von Flüssenhinzufügen, die sich in's Meer ergießen, deren Lauf aber im Allgemei-nen keine große Ausdehnung bat. Von vielen Zuflüssen des Hoang-HoUnd Kiang werden sie an Länge und Waffermasse übertroffen.

Bei dem außerordentlichen Wasserreichthum, den die Ströme China'suns ihrem mit ewigem Schnee bedeckten Quelllande des Kau-ki-sseEmpfangen, sind sie, mehr oder minder alle, schiffbar, und gewährendadurch ein Kommunikationsmittel, welches von den Chinesen in ihrerBetriebsamkeit so außerordentlich benutzt wird, daß man über zweiMillionen rechnet, die ihr Lebenlang auf dem Wasser zubringen, diekeine andere Gebnrts-, Wohn- und Sterbestätte kennen, als das vonden Wellen der Ströme und Flüsse getragene Fahrzeüg. Diesen natür-ichen Wasserstraße» ist die Kunst der Chinesen in großartigen Wasser-bauten zu Hülfe gekommen, indem sie Kanäle angelegt haben, von denenu>an j,n Occideut der alten Welt und im Orient der neüen Welt, inden Vereinigten Staaten von Nordamerika, trotz der vielfachen hydro-technischen Arbeit dieser Art, kein Beispiel kennt. Die bedeutendste An-sage in China ist die große Kanalliuie, welche unter dem Namen desKaiserkanals bekannt ist, und Peking und Ning pho verbindet, indemne die Provinzen Tschili, Schan-tnng, Kiang-se und Tsche-Kiang durch-schneidet. Dieser Kanal hat eine Längenentwickelung von ungefähr 220deutschen Meilen.

. Der Liao, oder Hing King, der, die Provinz Sching King bewäs-sernd, in den Pe-tschi-li-Busen fließt und der Amur oder schwarze Strom,Utzch Sachalian ula und auf Chinesisch He-lung-kiang genannt, mit'einen Zuflüssen dem Songari und Usnri, sind die merkwürdigste» FlüsseMandschurei, oder der drei unvereinigten Provinzen, wie dieserLandstrich im chinesischen Kurialftyl genannt zu werden pflegt. DerAmur übertrifft in der That noch den Kiang, dem Flächenraume desGebietes nach, denn dieses ist 36,430 d. Quadratmeilen groß, aber er