Das chinesische Reich.
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Völkerschaften der Mandschurei, so wie sehr wahrscheinlich anch in denUnzugänglichen Gebirgsgegenden auf der Westgrenze von China, die wirunter dem Namen des „unbekannten Alpenlandes« zusammengefaßthaben.
6. Kultur -es Volkes.
Es ist eine merkwürdige Erscheinung in der Kulturgeschichte und inder gecgraphischen Verbreitung der Kultur, daß die gesitteten Völkerder Alten Welt diejenigen, welche in der Benützung der Natur, in derBearbeitung der von ihr gelieferten Rohstoffe, und in der Ausbildungder geistigen Fähigkeiten es am weitesten gebracht haben, gerade die ent-gengesetzten Enden des Kontinents bewohnen: im aüßerste» Abendlandeder alten Welt sehen wir die Kulturvölker Eürvpa's, im aüßersten Mor-genlands das chinesische Kulturvolk.
In der physischen Kultur spielen die landwirthschaftlichen Ge-werbe in ganz China und in allen übrigen Ländern des Reichs, die nichtvon Nomaden bewohnt werden, die Hauptrolle; der Anbau nutzbarerPflanzen ist von jeher eine der vornehmsten Beschäftigungen der Chine-se» gewesen, und hat seit den ältesten Zeiten die Aufmerksamkeit derRegierung auf sich gezogen, welche sich stets bemüht hat, ihn aufzumun-tern. Wi'wohl alle in Europa bekannten Cerealien im chinesischen Reichewachsen, so baut man doch in China selbst vorzugsweise Reis an, weiler die Hauptnahrung der untern Klassen, und die Grundlage der Nah-rung bei den andern Ständen ausmacht. Die dazu nöthigen Bewässe-Wuigs-Arbeiten beschäftigen viele Hände, und die übermäßige Trockenheit,°ie von dem Kontineutal-Klima unzertrennlich ist, macht den größtenFeind der Bevölkerung aus. Da indeß diese Dürre nicht in allen Pro-vinzen gleich ist, so entsteht ziemlich häufig eine örtliche Hungerönvth,h>e Vielen das Leben kostet und eine Unzahl Anderer zur Auswanderungtreibt. In den volkreichsten Provinzen hat man sogar die Flüsse undDeiche benützt, indem man nahrhafte Wasserpflanzen, wie 8uAittui-ia tu-hervsa, hinein säet, und auf Berglehnen, die terassenartig abgetheiltt»td bis znm Gipfel beackert werden. Anderwärts trifft man große un-bebaute Strecken, die theils wegen schlechter Beschaffenheit des Bodensvdex Vernachlässigung der Inwohner oder anderer örtlicher Ursachen hal-ver ode liegen; und dies hat, trotz der dem Ackerbau zugewendeten Auf-munterungen, Anlaß gegeben, zu glauben, daß China den BedürfnissenWitter Bewohner noch mehr entsprechen, oder noch eine größere Volks-ücchl ernähren könne. Nach dem Reisbau beschäftigt die Chinesen amWeifte,, die Kultur des Maulbeerbaums, zur Zucht der Seidenwürmer,w>d die Kultur der Baumwolle, so wie des Theestrauchs. Das Pflan-Wureich des eigentlichen China scheint außerordentlich reich zu sein; aberM.ir können nnr eine verhältnißmäßig geringe Anzahl der Pflanzen aus?wsem Lande, die von den katholischen Missionären nach Eürvpa ge-macht oder beschrieben worden sind; dagegen deütcn die naturhistorischen^Handlungen der Chinesen eine Unzahl anderer Gewächse an, die sieM.wvhl beschrieben, als abgebildet haben, worauf die Botaniker zuweilenwissenschaftliche Bestimmung und Klassifikation zu begründen imAlande gewesen sind. Von den berühmten chinesischen Pflanzen erwäh-lt wir nur den Bambus, dessen manchfaltige Anwendung auf die Ge-wohnheiten der Chinesen Einfluß gehabt hat; den Wachs- und Talg-^m, die 6nm6l1ia oleikri-A, den Papier-, Kampfer-, Firnißbaum, den