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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Buddhaist,'sches Staatensystem.

Chinesen sind höflich, friedlich und arbeitsam, und man kann sagen, daß,nach den europäischen Völkern, kein anderes Bolk auf der ganzen Erdeeben so große Fortschritte in der Civilisation gemacht hat. Seit demhöchsten Alterthum hat das Wissen bei den Chinesen immer in Ehrengestanden, und die gesellschaftliche Ordnung ist auf Einrichtungen be-gründet, die nach dem allgemeinen Interesse berechnet sind. Frei vonjenem religiösen und militärischen Despotismus, den der Islam imübrigen Asien eingeführt hat, unkundig des gehässigen Kasten-Unterschie-des, welcher die Grundlage der indischen Bildung ausmacht, bietet China,am äußersten Ende der Alten Welt, ein Schauspiel dar, das für dieringsum sich zeigenden Scenen der Gewalt und Herabwürdigung Trostzu verleihen geeignet ist. Die kindliche Liebe wird besonders in Ehrengehalten; Ehrfurcht für die Ältern ist gleichsam in einen Kultus ver-wandelt, und dauert, vermöge verschiedener Ceremonien lange über ihrLebensende hinaus. Selbst die Verehrung und der Gehorsam, welcheman dem Herrscher und der Obrigkeit schuldig ist, erhalten durch eineArt kindlichen Gefühls, wodurch sie eingeflößt und veredelt werden, etwaSAngenehmeres. Die Heirath ist, wenn auch Polygamie erlaubt oderwenigstens geduldet wird, doch kein eitler Name wie bei den mohamme-danischen Völkern. Eine einzige Frau hat Rang und Recht der Gattin,die anderen werden als Dienerinnen betrachtet, und haben keinen An-theil an der Hausverwaltung. Es gibt keine privilegiite Kaste: jederChinese kann sich um alle Ämter bewerben, zu denen man durch Examengelangt. Tiefe, in den Schriften der Philosophen geschöpfte, und durchdie Prüfung beglaubigte, Kenntniß der klassischen Werke, der Grundsätzedes öffentlichen Rechts und der alten Überlieferungen, gibt den einzigenanerkannten Anspruch bei der Ordnung der Bewerber und der Zulassungzu den Ämtern. Der Rang wird nur nach dem gelehrten Titel, denman erhalten, und der Funktion, die man ausübt, bestimmt. In Hin-sicht auf die Achtung, worin sie stehen, müssen die Professionen in fol-gender Ordnung genannt werden: Gelehrte, Ackerbauern, Handwerker',Kaufleüte. Nur großer Reichthum kann diese in den Vorurtheilen derNation festgewurzelte Ordnung umkehren.

Anhänglichkeit an das Herkommen ist einer der charakteristischenZüge der chinesischen Nation; kleinliche Beobachtung der vom Ceremonielvorgeschriebenen Regeln ein anderer. Alle gesellschaftlichen Verhältnisse,alle öffentlichen und Privatverrichtuugen, Besuch, Mahl, Hochzeit, Lei-chenbegängniß sind vielfachen und nach Rang, Alter und Profession ver-schiedenen Gebräuchen unterworfen. Dies ewige, knechtische Befolge»des Brauchs macht die Chinesen, außer bei dem allergenauesten Umgang,ernsthaft, übertrieben pünktlich und komplimentös.

Die chinesische Sprache ist lange für die allerschwerste in der Weltangesehen worden; aber seit etwa dreißig Jahren, seit welcher Zeit ma»sie in Eüropa genauer kennen gelernt hat, sind ihre Hauptschwierigkeite»gehoben worden. Die Schrift war ursprünglich bildlich, ist dann z»MTheil Sylbenschrift geworden, und eignet sich zum Ausdrücken der Lautt-ivie zum Darstellen der Begriffe; und wiewohl die Anzahl der zusam-mengesetzten Zeichen, woraus sie besteht, so zu sagen, ohne Grenzen in-so kann man doch nach den neüerdings in Eüropa eingeführten Metho-den in kurzer Zeit eine tiefe Kenntniß derselben erlangen. Die Chi»^sen haben vortreffliche Wörterbücher, worin alle Zeichen ihrer Schrittund alle Wörter ihrer Sprache mit größter Sorgfalt und in sehr folg^

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