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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Das chineslsche Reich.

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rechter Ordnung erklärt sind. Der Wurzelsilben sind in dem gesproche-nen Chinesischen sehr wenige, aber sie vermehren sich durch sehr zarteVerschiedenheit der Aussprache, und werden zwei und zwei, oder drei unddrei verbunden, um zusammengesetzte Wörter zu bilden. Jede Sylbeentspricht einem geschriebenen gleichbedeutenden Zeichen. Die Grammatikist einfach, und die syntaktischen Verhältnisse werden durch Partikelnoder Wortstellung bezeichnet. Die Sprache der Gebildeten ist in ganzChina dieselbe; aber es gibt außerdem in vielen Provinzen besondereDialekte, die wenig bekannt sind, weil sie nicht geschrieben, und haupt-sächlich von Bergbewohnern, oder in wenig besuchten Gegenden gesprochenwerden. Die vom Chinesischen grundverschiedene Mandschu-Sprache istbei Hofe, dem Heere und in den Garnisonen gebräuchlich, und dieöffentlichen Urkunden werden gewöhnlich in beiden Sprachen bekanntgemacht.

Die chinesische Literatur ist unstreitig die erste in Asten durch An-zahl, Wichtigkeit und Glaubwürdigkeit der Denkmäler. Die klassischenWerke ersten Ranges gehen bis auf einen sehr alten Zeitpunkt zurück.Die Philosophen aus der Schule des Confncins haben daraus die Grund-lage ihrer Arbeiten über Moral und Politik gebildet. Die Geschicktejvg immer die Aufmerksamkeit der Chinesen auf sich, und ihre Jahrbü-cher bilden die vollständigste und am besten verfolgte Sammlung, welchein irgend einer Sprache exisiirt. Auch die Geographie ist sorgfältig be-lieben worden, und hat vortreffliche Werke hervorgebracht. Der Brauchder Mitbewerbungen hat der Staats- und philosophischen Beredsamkeiteinen großen Schwung gegeben. Literärgeschichte, Kritik der Texte undLebensbeschreibung sind der Gegenstand einer Menge, durch regelrechteOrdnungsliebe ausgezeichneter Werke. Über Religion und Metaphysikbesitzt mau viele Übersetzungen von Sanskrit-Büchern. Die Gelehrtensiegen der Poesie ob, welche dem doppelten Joche des Maßes und ReimsUnterworfen ist; sie haben lyrische und erzählende, und besonders beschrei-bende Gedichte, Sitten- und Wunderromane. Außerdem besitzt man eineStoße Menge spezieller und allgemeiner Sammlungen der Bibliothekenund Encyklopädien, und im vorigen Jahrhundert bat man den DruckEiner Auswahl von Werken in I8ü,vvv Bänden angefangen. Noten,Glossen, Kommentare, Inhaltsverzeichnisse und Sachregister tragen bei,jeden Gegenstand mit Leichtigkeit zu finden. Die Bücher sind ordentlichMf Papier gedruckt; die Abtheilungen zerfallen in Klaffen, sind numme-Ürt und haben Seitenzahlen; kurz es gibt, selbst in Europa, keine Na-iivn, bei welcher man so viele, so gut geordnete, zum Nachschlagenbequeme und zugleich so wohlfeile Bücher fände.

Die Astronomie hat bei den Chinesen seit den ältesten Zeiten i»Stoßen Ehren gestanden, aber sie haben nur geringe Fortschritte darinSemacht. Ihre unmittelbaren Beobachtungen sind nicht ohne Interesse,über sie haben sich oft in ihren Berechnungen geirrt; ganz besondersbaden sie sich mit den Sonnen- und Mondsfinsterniffen und andernHimmelserscheinungen beschäftigt. Sie haben ein Mond-SonnenjahrEs fängt mit dem Neumonde an, der dem Tage, an welchem sich die^viine jm 15" des Wassermanns befindet, am nächsten ist. Die MonateUnd große und kleine, d. h. von 3ü oder 29 Tagen; und sieben Mal in

Jahren schaltet man einen Monat ein. Das astronomische Jahr ist*U 24 Halbmonate eingetheilt. Jahre und Tage werden vermittelstiweier Cyklen berechnet, eines von 10 und eines anderen von 12 Zeichen,

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