Das chinesische Reich.
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Provinz Fu-kian. Letztere, auf einem Meeresarm stehend, ist 2520 chi-nesische Fuß lang und 20 breit; 126 doppelte Mauerwerke halten ihre,alle gleichen, ungeheüren Vteine, worunter große Seeschiffe bequem durch-führen können. Die Erdwälle und Steinmauern längs der Flusse undKanäle, besonders die gegen das Auslreten des Hoang ho aufgeworfenenDämme, der Kanal Jn-bv, worauf man zu Wasser von Canton nachPe-king fahren kann, und der, die Flüsse, deren Verbindung er bewerk-stelligt, ungerechnet 150 d. Meilen lang ist, zeigen den Erfolg einervervollkommneten und zu großen, gemeinnützigen Quellen angewandtenIndustrie. Anders verhält es sich mit der großen Mauer, dem berühm-testen, aber jetzt unnützesten aller Baudenkmäler Ehina's. Dies uuge-heüre Bollwerk fängt östlich von Pe-king mit einer im Meere errichtetenGrundmauer an, ist dann in der Provinz Tschi-li, der es auf der Nord-seite folgt, von Ziegelsteinen errichtet, wogegen es in den ProvinzenEchan-st und Kan-sn grvßtentheils blos aus Erde besteht. Die großeMauer ist fast überall 20 bis 25 Fuß hoch, und zwar selbst auf ziemlichhohen Bergen, worüber man sie gezogen hat. Sie ist gut gepflastertUnd breit genug, daß fünf oder sechs Mann zu Pferd in einer Reihe»eben einander reiten können. Von Zeit zu Zeit hat sie Thore, die vonSoldaten bewacht und durch Tbürme und Bastionen gedeckt sind. ManNennt sie die Mauer von zehntausend Li oder l,0t'0 Lienes; aber vonihrem Anfangspunkte bis zur Passage Kia-jä bei Fu-tscheu sind nichtMehr als 400 Lieues in gerader Linie, und ihre Krümmungen könnendie Länge nicht über die Hälfte vermehren. Die große Mauer wurdeim I. 214 vor Christi Geburt vollendet, und ihr Zweck war, China vorden Angriffen der Völker Jnnerasiens zu sichern. Dies eben so riesen-hafte als ohnmächtige Denkmal hat aber nie den Einbruch der Türken,Mongolen und Mandschus verhindert, und ist gegenwärtig, nachdem esChina gelungen ist, ganz Mittelasien sich unterwürfig zu machen, ganzüberflüssig geworden.
Die Zeichenkunst wird in China wenig getrieben. Die Maler sindblos in gewissen mechanischen Fertigkeiten, die Farben zu bereiten undaufzutragen, ausgezeichnet. Ihren Arbeiten fehlt die Perspektive, nicht,daß sie sie nicht kennen; sie wollen sie nicht kennen, wie die Alten. Manhat chinesische Miniaturgemälte und Malereien in Wasserfarben gesehen,die von seltener Güte waren, aber sie standen in Styl und Kompositionden mittelmäßigsten eüropäischen Bildern nach. Die Skulptur, welchedie Chinesen seilen bei größeren Arbeiten anwenden, zeichnet sich nurdurch die kostbare Vollendung aus, fehlt aber meist gegen Zierlichkeit undGenauigkeit der Formen. Die Chinesen stechen nicht auf Metall, schnei-den aber merkwürdig feine erhabene Arbeiten in Holz. Sie zeichnen^eü und mit kleinlicher Sorgfalt nach. Ihr Geschmack ist, nach unserngegriffen, wunderlich, ärmlich und gezwungen. An die Natur haltenue sich hei Anlage ihrer Gärten, die wir ihnen nachgeahmt und unei-üentljch englische Gärten genannt haben. Ihrer, auf ein sehr verwickeltesSystem gegründeten Musik fehlt es an Harmonie und Melodie, wiewohlMan darin Grundregeln suchen wollte, die mit denen unserer Komposi-E'vnsregeln Ähnlichkeit hätten.
Unterricht ist in China sehr verbreitet; es gibt keinen Handwerks-Mann, der nicht wenigstens einige Schriftzeichen lesen, und von den, seineProfession angehenden Büchern Gebrauch machen könnte. Die Menged" Gelehrten, die nicht im Examen bestehen konnten, zerstreut sich in