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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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DaS japanische Reich.

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Ein Reich, das aus Inseln besteht, kann natürlicher Weise keinesehr bedeutenden Flüsse haben. Nur auf der größten, der Insel Niphon,nndet man einige beträchtliche Flüsse, und zwar hauptsächlich im westli-chen Theile, welcher breiter als der östliche ist. Der Jodogawa ist derAbfluß des Sees Biwano-mitsu-umi; er fließt bei den Städten Jedo»»d Osaka vorbei und ergießt sich in den Golf dieses Namens. Außer-dem sind nennenöwerth: der Kisogawa, der Tenriogawa, der Komanafi,der Aragawa, der Ockumigawa, der Figamigawa u. e. a. Japan hatMehrere bedeutende Seen, unter denen der Biwano-mitsu-nmi, der aufunsern Karten gemeiniglich Oitz heißt, der größte ist. Sein Dasein istdas Resultat des merkwürdigsten vulkanischen Phänomens, welches je-mals in Japan stattgefunden ha^. Im Jahre 285 vor Christi Geburtbildete ein ungeheürer Erdfall in einer einzigen Nacht diesen Süßwasser-Eee. In demselben Augenblick stieg der Futsi-no-jama, der höchste Berg>n Japan, aus dem Innern der Erde empor. Im Jahre 82 vor Christierhob sich vom Grunde des Sees die Insel Tsiku-bo-sima, die noch gegen-wärtig vorhanden ist. Der See ist 18 d. Mln. lang und 5'/- an derbreitesten Stelle breit. Der große Salzsee Jnaba fließt vermittelst desFlusses Tsagawa ab.

Die Reihe der japanischen Inseln liegt innerhalb der Jsothermkurvendes ,7° und 5° mittlerer Jahreswärme. Die südlichen oder Haupt-InselnKiusiu, Sikokf und Niphon haben auf der Westseite ein verbältnißmäßigbreites Meer vor sich, welches den Einfluß der über den Kontinent desbenachbarten chinesischen Reichs streichenden Süd-Westwinde, als der herr-schenden in der nördlichen Hemisphäre, wesentlich mildert, indem es ihnendie Hitze der Sommerszeit und die Winterkälte benimmt; mit einemWort, diese südlichen Bestandtheile des japanischen Reichs haben einInsel-Klima, das sich mit dem Klima der großbritannischcn Inseln un-gefähr vergleichen läßt. Dagegen herrscht auf Jeso und Tarakai das^ontinental-Klima des Festlandes von Asien bedeütend vor, denn dieseInseln sind von der Mandschurei nur durch ein verhältnißmäßig schma-us Meer getrennt; in der That sagen die japanischen Erdbeschreiber auch,das Klima von Jeso sei sehr kalt.

3. Das Volk und keine Kultur.

Der Archipelagus, aus dem das japanische Reich besteht, ist vonöwei Völkern, und zwar erstlich von einem Menschenschläge bewohnt, der,äuf den ersten Anblick, in Gestalt und Aüßerm große Ähnlichkeit mitbei, Chinesen hat. Untersucht man aber ihre charakteristischen Züge ge-nauer, und vergleicht sie mit denen der Chinesen, so ist es leicht, dieUnterscheidungsmerkmale zwischen ihnen zu erkennen.

Das Auge der Japaner, obschon es eine fast eben so schiefe Stel-lung hat, wie bei den Chinesen, ist dagegen breiter nach der Nase zu,?ud die Mitte des Augenlides scheint, wenn das Auge geöffnet ist, ind'e Htzhe gezogen. Das Haar ist bei den Japanern nicht gleichförmigschwarz, sondern von dunkelbrauner Farbe. Bei Kindern findet es sichlu und unter allen Schattirungen, sogar bis zum Blonden. Man trifft?"ch Individuen, welche völlig schwarzes und dabei fast krauses Haarr^ben, mit sehr schiefen Augen und einer außerordentlich dunkeln Haut-larbe. J„ der Feran sieht die Gesichtsfarbe des gemeinen Volks gelb,^sefarbig, aus; die der Städtebewohner ist manchfaltig, je nach ihrer"benöweise, während man in den Palästen der Großen oft ein schönes,