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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Buddhaistisches Staatensystem.

Die Chinesen führen dieselben Arten Güter aus, außerdem aber auchnoch getrockneten Fisch und Thran i,n Tausch gegen Zucker, englischeWoUenzeüge, Thee, Apothekerwaaren und andere Artikel.

In demselben Verhältnisse, als der aüßere Handel von Japan be-schränkt ist, ist der Binnenhandel lebhaft und blühend. Keine Auflagehemmt seine Operationen, und der Verkehr ist erleichtert durch den vor-trefflichen Zustand der Heerstraßen. Obwohl die Häfen Japans denFremden verschlossen sind, so wimmeln sie doch von Schiffen, großen undkleinen. Magazine und Marktplätze sind mit Waaren aller Art ange-füllt, und große Messen ziehen eine ungeheure Masse Volks nach denHandelsstädten, die über das Reichsgebiet zerstreüt sind.

Die idioqrapbischen Zeichen der Chinesen, sowie die chinesischeSprache sind in Japan fortwährend im Gebrauch gewesen; sie werbenhauptsächlich in gelehrten Schriften gebraucht, doch schließt dies ihr all-gemeines Bekanntsein im Reiche nicht aus. Weil indessen die Konstruk-tion der japanischen Sprache von der Konstruktion der chinesischen merk-lich abweicht, und die chinesische» Charaktere haüfig die manchfaltigsteBedeütung haben, so wurde das Bedürfniß bald fühlbar, diesem Übel-stande durch irgend ein Mittel abzuhelfen. So erfand man in der erstenHälfte des 8ten Jahrhunderts die Sylbensyfteme, welche Kata-kana undFira-kana heißen, und die für das Landes-Jdivm durchaus angenommenwurden. Der Gebrauch dieser Art zu schreiben ist jetzt in Japan fastallgemein verbreitet, und selten findet sich Jemand, der nicht im Standeist, sie zu lesen.

Von dem Augenblick an, wo die Japaner eine geschriebene Spracheerhielten, schritt ihre Literatur, von Zeitalter zu Zeitalter, rasch vor.Leider ist sie in Europa kaum bekannt; allein nach den wenigen japani-schen Büchern zu urtheilen, die wir besitzen, leüchtet es ein, daß diesVolk Bücher aller Art hat, hauptsächlich historische Kompositionen, dannaber auch eine umfangreiche schöne Literatur. Der Gebrauch des Pa-piers in Japan schreibt sich vom Anfang des 7ten Jahrhu»de>ts her, unddie Kunst des Bnchdrnckens wurde im Jahre 1206, folglich um 250Jahre früher eingeführt, als sie in Eüropa erfunden ward.

Die früheren Bewohner von Japan hatten einen besondern Reli-gionsknltns, welcher, als von den Voreltern stammend, geehrt, sich bisheilte sowohl in der Hütte des Landmanns, als im Palaste des Erbkai-sers erhalten hat, und vom Staate beschützt und geheiligt ist. Er würdesich auch noch bis jetzt als die positive Religion der Japaner erhaltenhaben, wenn nicht Staatsklngheit die Unterthanen zur öffentlichen Be-kennnng eines andern Glaubens, dem des Buddha, verpflichtete. Deralte Kultus der Japaner hat mit dem des Buddha nichts Wesentlichesgemein, und Beider Lehren, Ansichten und Aüßernngsmittel, obgleichdiese dem Anscheinen nach durch eine tausendjährige Berührung mehroder weniger mit einander verschmolzen zu sein scheinen, werden jedochvon den japanischen Gelehrten noch streng und genau auseinander gehalten-

Die alte japanische Landesreligion heißt Ssiu-tvo, d. i Weg oderLehre der Geister; sie erhielt diesen Namen erst in spätern Zeiten, da-gegen die Religion des Buddha Bnds-doo, Weg oder Lehre des Buddhagenannt ward. Ssin too ist ein chinesischer Ausdruck; seine japanischeÜbersetzung ist Kami-no-mits, denn Kami bedeütet Gott, guter Geist-Buds sind die Götter und Geister der aus Indien stammenden Buddha-Religion, die auS Korea nach Japan gebracht wurde.

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