Polynesien im Uebergang znm Christenthum.
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vereinzelt über die weiten Räume dieses Weltmeeres verbreitet sind, lebenUnter glücklicheren Naturverhältnissen, als die Bewohner des FestlandesAustralien. Während der Mensch hier mit Mangel aller Art zu kämpfenhat, schwelgt er dort im Überfluß, den ihm die Natur beut; theils bie-tet ihm das Land um geringe Mühe die schönsten Früchte in Mengedar, theils findet er seinen Unterhalt auf einem fischreichen Meere, daöihn von allen Seiten in der Nähe umgibt. Größtentheils unter dem Tro-penklima lebend, dessen Hitze aber beständig gemildert ist durch die See-luft, welche jede Insel in ihrer ganzen Ausdehnung bestreicht, erzeugtdie Natur die reichsten und nahrhaftesten Gewächse dieses Himmelsstrichsin einer Fülle, welche die Existenz des Menschen nie aufs Spiel sehen,wie es bei der pflanzenarmen Vegetation und vorherrschenden Dürre desKontinents von Australien nur zu oft der Fall ist. Unter diesen Ver-hältnissen hat sich auch der polynesische Mensch sowohl in physischer alsgeistiger Beziehung weit mehr ausbilden können, als der australische,und darum ist groß der Unterschied zwischen den Bevölkerungen zweierErdstriche» die einander so benachbart sind und dem Raume »ach zusam-men zu gehören scheinen.
Die Bewohner von Polynesien gehören zu zwei Hanptstämmen deSMenschlichen Geschlechts. Erstlich sind es dieselben Australier, welche aufdem Kontinente leben, und hier in Polynesien, wie dort, als die Urbe-völkerung betrachtet werden müssen, die ganze Reihe der den Kontinentvon Australien auf der Ostseite begleitenden Jnselreihe von Neü-Guinea,Mit den davon abhängenden Inseln, Neü-Britannien, Neü-Jrland, Neü-Hannover, die Salomons-Inseln, den heiligen Geist Archipelagus undNrü-Caledonien bewohnen, unk, mit verschiedenen Abänderungen, diesich auf die größere Fruchtbarkeit ihrer Wohnplätze stützen, dieselbeLebensweise fuhren, dieselben Sitten, Gebraüche und Gewohnheiten ha-ben, als die Bewohner des Kontinentes von Australien.
Die Bewohner Polynesiens sind aber auch zweitens von hellererFarbe, als jene Australier, oder Papuvs, wie man sie vornehmlich aufNeü-Guinea nennt, sie sind wohlgebildet, von starkem Muskelbau, an-sehnlicher Größe, und stehen, in moralischer und intellektueller Beziehung,durch ibren sanften, gutherzigen Charakter, so wie durch ihre technischenund geistigen Fähigkeiten weit über den Australiern. Es ist ein geselli-ges, fröhliches, aber auch leichtfertiges Volk, das über die Gesammtheitder, außerhalb der australischen Jnselreihe liegenden Archipelage, Insel-gruppen und einzelnen Inseln, mithin in dem eigentlichen Polynesienverbreitet ist, aber auch an den beiden Enden jener Reihe, dem nördli-chen und südlichen Ende, nämlich in Neü-Seeland und im Innern vonNeu-Guinea seine Wohnplätze hat.
Diese Polynester sind malaiischer Abkunft; und so sehen wir dieMalaien über die Inseln des Indischen Meeres und des Großen Oceansverbreitet, von Madagaskar im Westen bis zur Ostsee-Insel im Osten;wir erkennen in ihnen ein Volk, welches in den frühesten Zeiten seinerGeschichte von seinen Ursitzen im Hochlande der Insel Sumatra hekab-gestiegen ist zu den Küsten dieser Insel, um hier zu einem Seevolke zuwerden, das Kolonien ausgesandt hat gegen den Anfgang wie gegen denUntergang, und überall seine Kultur verbreitend, die, im Verhältniß zurKultur der in den Kolonien vorgefundenen Urbevölkerung, eine vorge-schrittene gewesen ist.
Man schätzt die Jnwohnerzahl von ganz Polynesien auf 2 Millio-