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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Polynesien im Uebergang zum Christenthum.

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läufigen Verkehr mit Europäern mehrere Bedürfnisse kennen gelernt ha-ben, von denen sie in ihrem frühern Naturzustände keine Ahnung hat-ten, ist ihr Kunstgenie auch auf Deckung dieser Bedürfnisse mit größ-tem Erfolge gerichtet worden. Auch für die Kultur des Geistes habendiese bildsamen Völker große Empfänglichkeit gezeigt; roh, wie sie Wa-den, haben die Heilandboten, welche ihnen daö Christenthum gebrachthaben, die europäischen Schriftzeichen auf die Sprache angewendet, diesegrammatisch bearbeitet, und nicht allein das Wort Gottes, sondern auchgemeinnützige Bücher, welche ihren Bedürfnissen angepaßt worden, inihre Sprache übersetzt »ud sie auf eigenen Buchdruckereien gedruckt;überall, wo das Evangelium verkündet wird, sind Schulen für Jung undAlt im Gange, und Kenntnisse, die zur Wohlfahrt dieser Naturmenschenbeitragen können, werden nach allen Seiten hin verbreitet. Die Hawaii-»nd Tahili-Jnsnlauer haben die Sprache ihrer Lehrer, der britischen und»ordamerikanische» Missionäre erlernt; auf Oahu, einer der Sandwich-Inseln oder des Hawaii-Archipelagus, so wie auf Tahiti, der Haupt-insel des Societäis-Archipelague, sind Buchdruckereien im Gange, ausderen Pressen schönere Typographien hervorgehen, als aus den meistenUnserer deutschen Pressen, und auf Maui, einer anderen Insel des Ha-waii-ArchipelaguS, sind Landkarten gezeichnet, in Kupfer gestochen undgedruckt worden, die dem Kulturzustande der Hawaiianer angemessen, we-nig zu wünschen übrig lasse». Honolulu, die Hauptstadt von Hawaii,ist aus einem Jndianerdvrfe mit Basthütten, eine eüropäische StadtWit schönen Steinhaüsern geworden, und der Mensch, der sonst nacktging, oder sich höchstens mit einer kunstreich geflochtenen Matte bedeckt,kleidet sich jetzt in baumwollene und wollene Sroffe, in deren Fabrika-tion er schon selbst Versuche gemacht hat; und an die Stelle einer ein-fach gebauten Pirogue ist ein Schiff, nach allen Regeln der Schiffsbau-kunst errichtet, getreten, mit dem nicht allein der Verkehr zwischen deneinzelnen Inseln des Archipelagus unterhalten, sondern auch größereReisen nach den entfernten Ländern der polynesischen Eilandflur unter-nommen werden. Neüseeland, da« noch im Anfange des ISten Jahr-hunderts der Schauplatz ärgster Anthropophagie war, tritt im Lichteber Gegenwart um so mehr in den Kreis christlicher Gesittung, als,beben dem Missions-Einflusse, diese Insel unter die unmittelbare Herr-schaft der britischen Regierung getreten ist. Und so haben wir dreitunkte in den weiten Naümen des Großen Oceans, von denen aus dieKultur sich verbreiten wird, — um sie zu wiederholen: die Hawaii-gruppe im Nordosten, die Gesellschafts-Jnseln in der Mitte, und Neü-seeland an der südwestlichen Ecke des Stillen Weltmeers.

Fast auf allen übrigen der polynesischen Inseln, welche von der malai-schen Nasse bewohnt werden, sind Versuche gemacht worden, dasChiisten-Ehum unter ihr einzubürgern; aber sei es, daß die Bewohner dieserpuseln minder empsänglich für die Wohlthaten der Gesittung, zu festbn ihren alten barbarischen Gebrauchen und Gewohnheiten hangen, oderbaß die Heilandsboten bei ihnen nicht die rechten Mittel getroffen ha-ben, auf keiner dieser Inseln hat das Christenthum die tiefen Wurzeln^ schlagen vermocht, die wir auf den so eben erwähnten drei Punktenbemerkt haben. Am günstigsten sieht es in dieser Beziehung aus: aufben freündschaftlichen Inseln oder dem Tonga-Archipelagus und auf denpuseln von Cooks Archipelagus; minder erfolgreich waren bisher dieBemühungen der Missionäre auf den Fidschi-, den NarijatorS-, Nie-