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^ginnenden Civilisation, an Grausamkeit. Kriegerische Gewohnheiten,die darauf gerichtet sind, den Feind zu überfallen und Alles zu raubenUnd zu verwüsten, was derselbe besitzt, lassen im Herzen des Araucanonicht das Mitleiden und die Gefühle der Humanität, welche die Fruchtvervollkommneter gesellschaftlichen Einrichtungen sind. Alles opfert erdem persönlichen oder dem Familien-EgvismuS, und dieses Gefühl ist bei>bm nicht durch eine einzige gute Eigenschaft verschleiert. Das Recht desStärker» ist des Araucano höchstes Gesetz; ein anderes ist ihm unbe-kannt.
Der Araucaner ist robust, kräftig, und durch ein außerordentlichEntwickeltes Muskelsystem ausgezeichnet. Er ist von mittlerer Größe,sein Gesicht ist kupferfarbig, platt und breit; sein Blick ist finster, miß-lvanisch, wild, dicke Lippe», ein rundes und starkes Kinn, langes, star-kes und sehr schwarzes Kopfhaar, ein meist vorspringender Bauch, kühneGeberden, geben seinem ganzen Wesen einen Charakter abstoßenderWildheit.
Die Provinz Conception, der Wall von Chili, auf Seite des Ge-biets der Araucanvs, ist fast immer der Schauplatz ibrer verwüstendenEinfälle gewesen. Ihr Name allein flößt den lebhaftesten Schrecken ein,Und die Städte Conception und Talcahuana, die sie vor einigen Jahrenplünderten, tragen daurende Spuren ihrer Zerstörung. Der unaufhörlichwiederkehrende Alarm, dem die spanischen Statthalter ausgesetzt wa->en, als Cliili noch ein Bestandtheil der spanischen Krone war, nöthigtens>e um das Jahr 181V, gegen diese Völkerschaften einen Krieg zu führen,der sich durch seine Hartnäckigkeit ausgezeichnet hat. Lauge Anstren-gungen krönten ihr Unternehmen, »nd die ArancanvS, in ihre SchrankenZurückgeworfen, mußten sich glücklich schätzen, endlich Frieden zu schließen,für dessen Haltung sie Geißeln stellten. Intriguen aber, welche dieKöniglich-Gesinnten im Jahr 18l5 anstifteten, brachten diesen Friedenzum Bruch. Die Republikaner, denen es eben gelungen war, dieKönigspartei aus Chili zu vertreiben, vereinigten nun alle ihre Kräfteliegen die Araucanvs, und versetzten dieselben für lange Zeit in dieiknmöglichkeit offensiver Operationen. Sie legten an den Ufern desBiobio und in einem Gebirgspaß, der zum Gebiet dieser Völkerschaftenführt, feste Plätze an, und seitdem gewannen sie, theils durch Geschenke,cheils durch Sanftmuth, die Kaziken mehrerer Stämme, und bildeten, alsBestandtheil des republikanischen Heeres, ein Reiter kvrps aus Arauca-Uvs, deren Fechtweise und Haltung vollkommen diejenige der Kosa-ken ist.
^ Ein Araucano treibt niemals Handarbeit; er würde glauben, denVorrechten seines Geschlechts etwas zu vergeben, und sich zu erniedrigen.Seine Haupt- und fast einzige Beschäftigung besteht in der Dressur.er Pferde. Wenig Menschen können für bessere Reiter gelten. Inlyre,, Dörfern daran gewöhnt, ein starkes Getränk, Cici genannt, zugenießen, das aus mehreren Pflanzen, ganz besonders aus der Maguif^ristotelia m-u^ui) gezogen wird, haben die Araucanvs in dem gerin-gen Verkehr, den sie mit der Provinz Conception unterhalten, einenAußerordentlichen Geschmack an gebrannten Wassern gewonnen, so daßdie Trunkenheit für daS vollkommenste Bild irdischer Glückseligkeit^trachten.
. In der Kindheit der Civilisation ist bei allen Völkern das Geschickbes weiblichen Geschlechts eine harte Sklaverei; besonders aber bei krie-