Erster Abschnitt.
Von den Mißbildungen der Pflanzen.
8 . 222 .
Nach dem so eben Gesagten können wie diejenigen Mißbil-dnngen, welche nicht gerade in Folge einer Hcrabstimmung dervegetativen Thätigkeit oder einer widernatürlichen Ableitung desNahrnngs- und Bildungssaftes entstehen, von denjenigen unter-scheiden, die als Folge einer krankhaften Beschaffenheit der Säfte,es sey diese nun durch innere Ursachen oder durch äußere Ver-letzung hervorgebracht, auftreten. Die erster» lasten sich alsMißbildungen im engern Sinne, im Gegensatze zu den lez-tcrn oder den krankhaften Mißbildungen, bezeichnen.
Erster Artikel.
Von den Mißbildungen im engern Sinne.
§. 223 .
Die Mißbildungen im engern Sinne entstehen entweder anPflanzen im wildwachsenden Zustande oder doch ohne künstlicheAnregung — freiwillige Mißbildungen; oder sie werden durcheine künstliche Behandlung hervorgerufen — künstliche Mißbil-dungen. Es kommen zwar mancherlei Mißbildungen im freienNaturzustände vor, welche durch Verpflanzung und künstliche Be-handlung der Gewächse ebenfalls bei diesen hervorgebracht werdenkönnen; es gibt aber doch auch verschiedene freiwillige Mißbil-dungen , welche die Kultur nicht nach Willkür zu erzeugen ver-mag, und umgekehrt gibt es künstlich bewirkte Mißbildungen,welche nicht an der sich selbst überlassenen Pflanze angetroffenwerden.
Was nun das Vorkommen dieser Mißbildungen betrifft, sosehen wir dieselben an allen Theilen der Pflanzen, von der Wur-zel bis zu den Fruchtblättern und Samen, entstehen, und eserscheinen dadurch diese Theile nicht bl-8 in ihrer äußern Form