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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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verändert, sondern sie zeigen sich häufig auch in ihrer Konsistenz,Farbe und übrigen Eigenschaften von den normal gebildetenTheilen abweichend.

§. 22ä.

Die Mißbildungen der Wurzel sind weniger mannichfaltig,als die der meisten übrigen Theile. Außerdem, daß sonst einfacheWurzeln zuweilen verzweigt vorkommen, bestehen die Abweichn»,gen von der normalen Bildung vorzüglich in einer Vcrdicknngund einem damit verbundenen Flcisästgwcrdcn von Wurzeln, dievon Natur dünne und von festerer Konsistenz sind. Diese ab-norm verdickten und fleischigen Wurzeln gehören meist zu denkünstlichen Mißbildungen, da dieselben kaum im wildwachsendenZustande angetroffen, sondern durch die Aussaat und Verpflan-zung in einen nahrhaftem Boden und eine sorgsamere Behand-lung - hervorgerufen werden. ES gehören dahin die durch dieKultur fleischig und eßbar gewordenen Wurzeln der Möhre(gelbe Rüben), des Rettigs, des Rübenrepses (weißeRüben), deS Mangolds (Runkelrüben), dcS PastinakSu. a. m. An diesem Fleischigwerdcn nehmen gewöhnlich die Rindeund der Kern der Wurzel gleichmäßig Antheil, doch geht auchzuweilen nur der äußere Theil dcS Kerns mit in die Mißbildungein, während sein innerer Theil wenig oder gar nicht verändertwird, und dann als ein mehr zäher Strang die Achse der flei-schigen Wurzel durchzieht. Wie überhaupt das Fleischigwerdcndurch eine Vermehrung des sastrcichen ParenchpmS entsteht, in-dem nicht blos die polyödrischen Zellen der Markröhrc und Mark-strahlen sich vergrößern, sondern auch die Holzzcllen zum größtenTheil in dünnwändige saftrciche Zellen übergehen, ist schon früher(H. S. 28) erklärt worden. Welche Verschiedenheit der Farbeund deS Geschmackes nicht allein von der normalen Wurzel, son-dern selbst unter den monströsen Wurzeln einer und derselbenPflanzenart, zugleich mit dem Fleischi'gwcrden eintritt, lehren diebekannten zahlreichen Spielarten der Rettige, Rüben undRunkelrübe n.

§. 225.

An dem Stamme kommt ebenfalls eine knollenförmige Ver--dickung und ein Fleischigwcrden als Mißbildung vor, wie bei