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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
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dem Gemksekvhl (Lrnssiva »lersov«), dessen im normalenZustande mehrere Fuß hoher und kaum 1 Zoll dicker, mit ent-fernten Blättern besezter Stengel über seinem Grunde zu einemfaustdicken und dickern, kugeligen Knoten anschwillt, welcher dienun sehr genäherten Blätter trägt und unter dem Namen K o h l-rabc bekannt ist. Indem dabei der ganze Stengel niedrigerbleibt, geht zugleich häufig seine grüne Farbe in die röthlich-vder bläulich-violette über. Die Erdkvhlrabe (Bodenkohl-rabe, Kohl- oder Steckrübe) ist eine ähnliche Mißbildungdes Nepskohls (Loassloa Rspus), wo aber mit dem Stengel,gründe zugleich die Wurzel knollig verdickt ist. Auch diese mon-ströse Nerdickung des Stengels ist ein Ergebniß der künstlichenBehandlung und kommt, wenigstens bei den genannten Pflanzen, imwilden Zustande nicht vor. Eine andere, bei vielen Pflanzen eintre-tende Mißbildung besteht in dem Breit werden oder der Fas-ciation normal stielrnnder oder kantiger Stengel und deren Acstc,wobei dieselben in ihrer ganzen Länge oder gegen den Gipfelplattgedrückt erscheinen, bald ihre gewöhnliche Länge beibehalten,bald verkürzt sind und fast immer eine größere Menge von Blät-tern und Blüthen tragen, wie im normalen Zustande. SolcheVerbreiterungen werden an krautigen und holzigen Pflanzen, inmanchen Jahren häufiger, in andern seltner, beobachtet. Sie tre-ten meist als freiwillige Mißbildungen auf; können aber auchkünstlich durch eine dargebotene reichlichere Nahrung und gutePflege verursacht werden, wie bei dem Hahnen kämm (Eelosineiüstat«), d,,r nur in gute Erde gesäct und sorgsam behandelt,jene sonderbar verbreiterten Stengel bringt, welche mit ihren leb-haft gefärbten Blüthen und Bracteen überdeckt, als Zierden iuBlumengärten prangen. Zuweilen ist die Fasciation des Stam-mes mit einer spiraligen Drehung verbunden. Doch kommt einesolche Drehung auch an nicht verbreiterten Stämmen und Acsten,namentlich bei Pflanzen mit wirtelig gestellten Blättern vor, wodann die Blätter in einer fortlaufenden Schraubenlinie dicht ne-beneinander stehen, wie dieses z. B. schon bei dem Tannen We-del (Hippuri8 vulAnris), bei Streitkolbcnbä umen (6»snn-r-inn) (I. S. L88) und bei Schafthalmen beobachtet wurde.Weniger auffallend und großentheils kaum als eigentliche Miß-bildung zu betrachten ist die vermehrte oder verminderte Verzweigung