10
gegen den Nand hin vermehrt, so daß der lcztere in kleinernFalten sich übereinander legen muß, so entsteht die Kräuse-lung, wie man solche bei vielen Pflanzen im kultivirten Zustandesieht, z. B. bei Salat und Gemüsekohl, bei Petersilie,Rainfarn (Himoetu.u vulZnio), bei der gemeinen Hirsch-zunge (8oo!ojieiisti-iu»l oksioiimrnm); dabei tritt häufig zugleicheine vermehrte Zerthcilung des Randes ein, wodurch das Blattmeist ein ungemein zierliches Ansehen erhalt, wie bei dem krau-sen Rainfarn und dem krausen Grün- und Braunkohl(Loasslo» oleoaoeu 7) selsnisla /»»».). Wenn dagegen dieBlattsubstanz in den Zwischenräumen der Nerven oder überhauptin der Mittelscheibe des Blattes sich vermehrt, so entstehen aufder obern oder untern Blattfläche Vertiefungen, welche die Blat-ter blasig machen, wie solche bei einer kultivirten Form desgroßen Basilienkrautes (Oeiwuin Lnsllleuui A bullstum)und besonders schon bei dem Savoyerkohl oder Wirsing(kraulen oleoaoo» 5 salmustu /ss-m.), auch bei den verschiede-nen Krausemünzen der Gärten gesehen werden, wo sich ne-ben dem Blasigwerden auch öfters zugleich eine Kräuselung einstellt.Alle diese Mißbildungen kommen nur als Folge einer sehr reich-lichen Ernährung vor, und können daher durch künstliche Vermeh-rung der leztern hervorgerufen werden. Wenn durch die Vermehrungder Blattsnbstanz innerhalb des Randes die Blattscheibe auf ihrerganzen obern Fläche stark vertieft erscheint und dabei die Jntcr-foliarthcile sehr verkürzt sind, so bleiben alle oder doch der größteTheil der Blätter, auch nach deren wettern Ausbildung, zu einemknospenförmigen Kopfe geschlossen, wie bei dem Kopfsalat unddem Kopfkohl (Lvas-lloa olorare» S capitata /im».), derwieder in der Gestalt des Kopfes, dann in der Farbe (alsWeiß-und Roth kraut) abändert, so wie überhaupt bei den Mißbil-dungen der Blätter häufig auch eine mit der des Stammes inBeziehung stehende Farbenänderung eintritt.
Als eine merkwürdige Mißbildung ist ferner die Wucherungzu erwähnen, welche von den Blattnerven ausgeht und die eben-falls besonders bei den Blättern des Gcmüsekohls, wiewohlseltner als die vorhin erwähnten Mißbildungen, beobachtet wird.Hier treibt nämlich der Mittelncrv, seltner einer oder der andereder Scitcniicrvcn,, an der obern Blattfläche über die lcztere sich