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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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deren Blätter in der Regel nur doppelt gesägt sind, zuweilen an ganzenBäumen oder Resten fiederspaltig vor, und das Nämliche ist auchan den im normalen Zustande nur gebuchteten Blättern unsererStiel- und Tranbeneich e beobachtet worden. Seltner scheinteine so tiefe Zerthcilnng von normal unzerthcilten Blättern vor-zukommen, daß aller Zusammenhang des Parenchyms der Blatt-zipfel aufgehoben ist, wie dieses eine Pflanze der ganzblätt ei-gen Waldrebe (sllomstis inteArikoli») im Heidelberger bota-nischen Garten zeigt, welche außer den ganzen auch mit dreischnit-tigen und fiederschnittigen Blättern versehen ist. Dagegen bringtdie persische Springe in unsern Gärten fast immer, nebenihren ganzrandigen und unzerthcilten Blattern, auch solche, diesehr verschiedene Grade der Spaltung bis zur Fiedertheilung zei-gen, so daß man die lcztcre kaum als Mißbildung betrachtenkann, jedoch eher noch als bei dem weißen und Papiermaul-beerbaum, deren Blätter an verschiedenen und oft an dem näm-lichen Zweige mit blos gesägtem Rande und auf verschiedeneWeise gelappt vorkommen, oder beim Ephcu, der au den jün-ger» Trieben gauzrandige, an den ältern aber eckig-gelappte Blät-ter bringt. Die Beispiele, wo schon im normalen Zustande zer-theilte Blätter eine vermehrte Theilung zeigen, sind auch nichtselten. So findet man die sonst handsvrmig-gelappten Blätterdes Weinstocks (bei dem geschliztblättrigen Gutedeloder der sogenannten Petersilientranbe) so tief zertheilt,daß die einzelnen Theile als gesonderte Mattscheiben erscheinen,deren Rand selbst wieder eine tiefere als die normale Theilungder Lappen zeigt. Auch bei dem Schöllkraut«:, dem Brom-beerstrauchs dem gemeinen und Traub enh vllunder,bei Farnen u. a. m. kommt diese vermehrte Theilung der Blät-ter als abnorme Bildung vor, während umgekehrt bei der drei-dornigen Gleditschie unter den normal doppeltgefiedertcnnicht selten auch cinfachgcfiedcrte Blätter oder doch, statt ein-zelner der primären gefiederten Theilblätter,- nur einfache Blätt-chen vorkommen, die demnach aus einer verminderten Theilungder Blattscheibe und namentlich ihrer Nerven hervorgegangen sind.

Eine Reihe von Mißbildungen entspringen aus den Miß-verhältniflen, welche zwischen dem Rande und der Mittclscheibedes Blattes eintreten können. Wenn sich nämlich die Blattsnbstanz