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durch eine blose Vervielfachung des Kelches eine aus lauter blatt-ähnlichen Theilen bestehende Blüthe hervorgeht, in welcher, inFolge jener Vervielfachung des untersten Blüthcncyklns, die übri-gen Cyklen nur unvollständig entwickelt sind oder gänzlich fehlen,wie dieses bei dem wolligen Ziest (8tr»v.',^s lanata), bei demgemeinen Vergißmeinnicht (M^osotis palustms) undbei manchen Glockenblumen, namentlich bei der kriechen-den Glockenblume (Oumjmnuln vn^unouloiäes), n. a. m.schon beobachtet wurde. Es gehören ferner dazu gew'.se Formender gefüllten Blüthen, bei welchen nämlich Alles zu Kelchblätternoder zu Blumen - und Blüthenhüllblättern geworden ist, und woman vielleicht eher eine blose Wiederholung und Vervielfachungder unter» Cyklen, als eine Umwandlung der höher» annehmenmuß, weil alle Anzeigen der leztern fehlen, wie dieses bei dersogenannten sternblnth igcu Ackelci (.^uileZIa vuIZaris vor.steHata , bei manchen Formen der gefüllten Nigelten,Tulpen, Hyacinthen u. s. w. der Fall ist, wo die ganzeBlüthe aus Blättern besteht, die denen des Kelches oder derBlüthcnhülle ähnlich sind. Auch die oben (S. 14) erzähltenBeispiele von der Vervielfachung der Bractccn am Kclchgrundeder Nelken, wobei die ganze eigentliche Blüthcnbildung aus-bleibt, ferner die Bildung des Blumenkohls und der mon-strösen M uskh ya cin the (S. 17), wo durch die übermäßigeAusbildung der Blüthensticle und die vielfache Wiederholung der Brac-teenbildung die Erzeugung der Blüthen gestört oder ganz verhindertwird, schließen sich hier an. Da nun in allen diesen und ähnlichenFällen die übermäßige Erzeugung und Ausbildung gewisser Theileauf die Entwicklung der übrigen, eine höhere Stufe einnehmen-den so störend einwirkt, daß dadurch das weitere Vorschrciten derMetamorphose gehemmt wird, so kann man alle aus einem sol-chen herabgcstimmten und mangelhaften Bildnngstriebc hcrvorgegan-genen Mißgestalten als Hcmmungsbildungcn von jenenunterscheiden, welche auf einer abnormen Umwandlung der Blü«thentheilc, auf einem Zurücksinken derselben zu niedrigern Bil-dungsstufen oder aus) auf einem gesteigerten, über den normalenhinansrcichenden Bildnngstriebc, überhaupt auf einer Aufhebungder allgemeinen Ordnung unter den Blüthentheilen beruhen, undwelche man in neuerer Zeit mit dem gemeinschaftlichen Namen