26
der Z annwin d e *) geschah, und wie bei dem Brombeerstrauchund andern Rvsaceen, besonders schon aber bei derEssigrvse 2 )nicht selten bemerkt wird, wo die krugförmige Kelchröhre sich völ-lig in getrennte Blattstiele auslöst, welche mehr oder wenigerdeutlich gefiederte Blätter tragen. Besonders merkwürdig sinddie in dem Blüthcnstande der geschlizten Scorzvnere (8001*-nonern tnviniati,) ö) und des gemeinen Kreuzkrautes(8eneoio vulAsris) 4) gefundenen Blüthen, an welchen sich dieHaare der Frnchtkrone in grüne Blättchen verwandelt hatten, undso den deutlichen Beweis lieferten, daß diese Haarkrone wirklichein vielfach zerspaltener Kelchsaum sey; hier waren jedoch die soveränderten Kelchblättchen unter sich und mit dem Eierstock ver-wachsen geblieben. Seltner ist das Auftreten einer abnormenhöheren Färbung im Kelche und einer größern Annäherung desselbenan di-e Btumenbildung, wie bei den in Gärten knltivirten Primeln.
Blumenblätter, welche in Kelchblätter zurückgegangen sind,kommen nicht selten in den Blüthen des dam ascen ischeuSchwarzkümmels (XiKosin stninnsceua) vor, und diese Um-wandlung wurde ferner schon beobachtet bei dem kleinenSinngrün (VinvA minvv) ^), der p si r si ch b l ä t tri g enGlockenblume (6am^»nuln porsieikolii,) 6), der Rosen, desApfel baums u. a. m., wo dann immer ein mehrfacher Kelchvorhanden, oft aber auch wieder eine neue Blume hinzugekom-men ist"). Auch hier tritt der umgekehrte Fall, wo nämlich dieBlumenblätter in Organe einer höher« Bildungsstufe verwandeltsind, weit seltner ein; er ist jedoch in den Blüthen des geme i-nen Hirtentäschels (Oapsella Lursn pastori»), wo allevier Blumenblätter 2 ), und der gewöhnlichen Bohne (kim-ssolus vulKsi'Is), wo die beiden Flügel der Schmcttcrlings-
') LnAt-rmattn, kmtlioly8i t»b. I, ÜA. 3. — 2) o« <7<rnckotts, Or-^snoAr. ve»et. tsb. 33, fix. 4- c o o. 2. — Cngelmann a.a. O. tab. 3 , f,A. 3 . — 2 ) De Cand. a. a. O. tilb. 32 , li», 6 . —H Engeln,, a. a. O. «ab. 5 , 21—26. — ^) D e Can d. a. a.
O. tab. 47, iiA b, c, ü. — Engeln,, a. a. O. tab. 3, ÜA. s. —') De Cand. a. a. O. tnb. 42, ?>>;. 3. —
»*) Besonders ist hier noch die große Kapuzinerkresse (irupseo-lum maju») zn nennen, deren Blüthen überhaupt zu solchen Miß-bildungen in Folge einer rückschreitenden Metamorphose sehr