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blume in Staubgefäße verwandelt waren, bevbachtct worden. Dennormalen Ucbergang der Blumenblätter in Staubgefäße und diewichtigen Folgerungen, welche sich daraus in Bezug auf die Ent-stehung und wahre Natur der Anthere ziehen lassen, haben wirschon (I. S. 323 und 32ä) bei mehreren Pflanzen kennen gelernt.
Auch bei der Blüthenhülle oder dem Perigon fehlt es nichtan Beispielen von Umgestaltung ihrer Blätter in Bractcen odergewöhnliche Blätter, wie die Beobachtungen solcher Mißbildungenbei der gemeinen Dotterblume (6sltl,a pnlustl-is) undbesonders bei Ancmonen-Arten (Anemone nemoros»*), H..l'snunouioiltos 2), stortonsis) u. a. lehren. Diese Umwand-lung der Blüthenhüllblätter ist eben so, wie die der Blumenblät-ter, von der bloßen Nergrünung zu unterscheiden, bei welcherdie gefärbten Blüthentheile zwar eine grüne Farbe annehme»,aber gewöhnlich ihre sonstige Bildung ziemlich beibehalten oderdoch nicht in die der tiefern Umwandlungsstufen verändern").
Die Nebenblumen scheinen viel seltner in die Kelchbildungvdcr gar in eine noch tiefere Blattbildung zurückzugehen, sondernhöchstens den Blumenblättern sich anzunähern, wie dieses wenig-stens die sich füllenden Blüthen des Oleanders und der Nar-cissen (^nrcisu8 stvötieus, l'soukloimtelssus, Paieotti»n. a.) zeigen. Von einer Umwandlung derselben in Staubge-fäße ist wegen der großen Verwandtschaft zn den leztern wohlnicht zn zweifeln, indessen fehlt es noch an sichern Beobachtungendarüber.
Wie die Staubgefäße beim Gcfülltwcrden der Blüthen inBlumenblätter übergehen, läßt sich an vielen Pflanzen, namentlich
geneigt sind, und deren schon manche in verschiedenen Schriften(unter andern von Jage r und N ee s v. E sen b e ck in den diov. -wt.
Kcitd. vst. eurios. T'. Xlll, k. 2, pa». 809 und 8t4, tab. X4.I),beschrieben und abgebildet sind. Unter den monströsen Blüthendieser Pflanze, welche meine Sammlung besizt, sind mehrere, de-ren Blumenblätter (bei einem zwar grün gewordenen, aber dochweit weniger veränderten Kelche) in langestielte, schildförmige, mitkreisrunder Scheibe versehene Blätter, denen des Stengels ganzähnlich, umgewandelt sind, wo demnach die Blume aus eine tiefereStufe der Blattmetamorphose zurückgesunken ist, als selbst der Kelch.
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»uluul. tab. r, ü-;. 2. — P Das. tij-. 8, 9, N>.