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doch in den meisten Fallen nur eine bloße Annäherung, und keinevollständige Umwandlung in Staubgefäße stattfand. Nur beider Trauerweide wurden die verschiedensten Uebergänge vomPistill in Staubgefäße gesehen *), wodurch der Baum polygamischeund rein männliche Kätzchen erhielt. Der Ucbcrgang des Pistillsin Blumenblätter kommt häufig in gefüllten Blumen vor, undman findet zuweilen schon ganz gefärbte und den Blumen-blättern ähnlich gewordene Fruchtblätter, welche an ihrenfrcigewvrdcnen Rändern noch die Eichen tragen. In den ge-füllten' Blüthen der Krön- und Garten-Anemone (Ane-mone voronnvia und K. Iiortenzis) , so wie (nach Jägers An-gabe) des G a rten - R anun kels (knnunenlus nsiatious) wer-den gewöhnlich die zahlreichen Pistille in Blumenblätter verwan-delt, während die Staubgefäße zum großen Theil unverändertbleiben, welche nun die in Gestalt und oft auch in Färbung ver-schiedenen (umgewandelten) Fruchtblätter von den äußern, eigent-lich der Blüthcnhüllc oder Blume angchörigeu, scheiden. Auch ingrüne Blätter findet man die Pistille öfters umgewandelt, undzwar nicht bloß in Blüthen, wo schon die übrigen Cyklen zurtiefern Blattbildung hinneigen (wie in I'ix. 305, a und I?iA.326", o, in deren ersterer das Pistill zu einem langgcstieltcn vicr-zähligcn Blatte geworden ist), sondern auch in solchen, deren üb-rigen Organe unverändert, oder wo höchstens die Staubgefäßein Blumenblättern übergegangen sind, wie in manchen gefülltenBlüthen der Kirschen bäume, wo statt des einfachen Pistillszwei gestielte mit ihren flachen Hälften zusammengelegte Blättervorkommen. Ucbcrhaupt tritt bei dieser abnormen Umwandlungnicht selten eine Vermehrung der Fruchtblätter ein, und es läßtsich an den so veränderten Blättern gewöhnlich auch der Ursprungdes Griffels und der Narbe aus dem Nerven derselben erkennen ^).
Von den Mißbildungen der Eichen und deren Umänderungin Blättchen ist schon (k. S. 366 und 367) ausführlicher dieRede gewesen; wir haben bereits die Uebergänge derselben vondem unvollständig geschlossenen Zustande bis zu ihrer völligenAusbreitung in mehreren Beispielen (l^A. 327, b o «1, k'iK. 353
*) Schimper, in der bvtan. Zeit. 1829, H. S. 422.
') S. 528°*, aus einer monströsen Pfirsichblüthe, wo, statt deseinzelnen normalen, vier Fruchtblätter vorhanden sind.