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besonders für die systematische Anordnung der Pflanzen, weil sieuns die größere oder minder große Veränderlichkeit der Organe,und dadurch den größern oder geringern Werth der von ihnenentnommenen Merkmale, zur Unterscheidung der verschiedenen Ab-theilungen des Gewächsreichcs, kennen lehren; wobei wir auchnicht vergessen dürfen, an den vielfachen Nutzen, den uns nament-lich viele der künstlichen Mißbildungen in der Land- und Haus-wirthschaft, so wie an das Vergnügen zu erinnern, welches diesel-ben dem Blumenfreunde gewähren.
Zweiter Artikel.
Bon den krankhaften Mißbildungen.
§. 254 .
Da diese immer nur in Folge eines innern krankhaften Zu-standes oder äußerlicher Verletzungen entstehen, so können sie alseigentliche Krankheitsprodukte füglich nicht von der Lehre derKrankheiten getrennt, sondern müssen bei diesen selbst aufgeführtwerden.
Zweiter Abschnitt.
Von den Krankheiten der Pflanzen.
§. 255 .
Durch die unverhältnißmaßige Zu- oder Abnahme, oder durchden gänzlichen Mangel einer oder mehrerer jener Potenzen, die wir(II, S. 182 ) als die äußern Lcbcnsbedingungen kennen lernten, durchdie nachtheilige Einwirkung verschiedener, in der Atmosphäre oderim Boden enthaltenen Substanzen, sowie durch äußere und innereVerletzungen verschiedener Art kann eine widernatürliche Erhöhungoder Verminderung der Erregbarkeit des Pflanzcngcwcbes bewirktwerden und, in Folge von beiden, ein thcilweis oder gänzlichveränderter Gang der Verrichtungen desselben, d. h. ein krankhaf-ter Zustand eintreten, der bald nur einzelne Theile befällt (par-tielle Krankheit), bald über die ganze Pflanze sich verbreitet