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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
41
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größere Festigkeit ihres Gewebes herstellen, wie man z. D. imFrühling an den Bäumen sehen kann, deren Blätter, wenn dasAusschlagcn der Knospen bei anhaltender sehr trüber und kühlerWitterung geschieht, gewöhnlich bleichgrün oder gelblich erscheinen,und erst ihre normale grüne Farbe beim Eintritte des Sonnen-scheins und einer mildern Witterung vollständig annehmen.

Außerdem können aber auch noch ein unpassender Boden, einzu großer Wärme- oder Kältegrad und das Benagen der Wur-zeln durch Insekten eine solche Störung in der Ernährung undAssimilation der Pflanze bewirken, daß dieselbe gegen den Reizdes Lichtes unempfindlich wird und ihre Triebe in einem vcr-schnacktcn Zustande bleiben. In Treibhäusern sieht man selbstbei hinlänglichem Lichtzutritte nicht selten die jungen Triebe man»chcr Pflanzen widernatürlich sich verlängern und bleich werden.Hier scheint ein Ucbcrfluß von Feuchtigkeit, verbunden mit einemhohen Wärmegrad, bei dem fehlenden Zutritt von frischer Luft,das zu rasche Treiben und das Vcrschnacken zu bewirken.

Von der Nergeilung ist die zuweilen damit verwechselte Bleich-sucht zu unterscheiden, die oft bei Pflanzen auftritt, ohne daßman einen der erwähnten schädlichen, äußern Einflüsse oder über-haupt eine wirkliche Entkräftung, wie solche bei vcrschnacktcn Pflan-zen immer stattfindet, wahrnehmen kann. Es werden davon selt-ner ganze Zweige befallen, die dann nebst ihren Blättern eineweiße oder gelbe Farbe behalten; häufiger zeigt sich die weißeoder gelbe Färbung nur stellenweise auf den Blättern, welche da-durch panachirt (gesprenkelt, gestreift oder am Rande bleich ein-gefaßt) erscheinen. Bei näherer Untersuchung erkennt man leicht,daß an den blcichgefarbten Stellen im Zellgewebe keine oder eine nurunvollkommene Erzeugung von Chlorophyll stattfindet, während anden grünen Stellen alle Verrichtungen auf normale Weise vorsich gehen; aber den Grund dieser Erscheinung hat man bis jezt»och ,licht erforschen können. Holzpflanzcn und Stauden, beiwelchen diese thcilweise Verbleichung einmal sich eingefunden hat,behalten sie in der Regel bei, bringen nach jedem Blättcrwechselwieder solche panachirten Blatter hervor, und man kann, wie früher(H, S. 361) bemerkt, diesen Zustand nicht blos durch Impfunguuf andere Stämme verpflanzen, sondern es sollen diese sogar nach^Impfung auch an ihre» eigenen Zweigen gescheckte Blätter bringe»,