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nicht selten ein Bersten der Rinde, welche sich dabei verhärtetund schuppig wird. Diese Krankheit, welche den Namen Randeoder Schorf führt, wird namentlich den, im südlichen Europakultivirtcn, Oclbäumen oft verderblich*).
Wenn Blätter, welche mit Thau oder Regentropfen bedecktsind, von den brennenden Sonnenstrahlen getroffen werden, so willman bemerkt haben, daß sie schwärzliche Stellen, sogenannteBrandflecken erhalten, deren Entstehung von Manchen auseiner Brechung der Sonnenstrahlen in den Wassertropfcn, vonAndern aus einer Erhitzung der Wassertropfcn und einer daraushervorgehenden, etwa dem kochenden Wasser ähnlichen Wirkungerklärt wurde, wobei das Leben des davon getroffenen Zellgewe-bes zerstört wird, und in Folge davon die Blätter gewöhnlichabfallen.
Ist ein bedeutender Hitzgrad mit einer übermäßigen Fcuch-tigkeitsmengc gepaart, so treibt die Pflanze zu sehr in Blätterund krautige Triebe; es entsteht die sogenannte Blättcrsucht,welche dem Blühen und Fruchttragen hinderlich ist, weil durchden übermäßigen Säftczufluß die Pflanze nur zur Erzeugung derzur Ernährung erforderlichen Organe gelangen kann, um das As-similationsgcschäft mit der vermehrten Nahrungsaufnahme insGleichgewicht zu bringen, ohne sich zum Ncproduktivnsgeschäfteerheben zu können.
Sind dagegen die Pflanzen anhaltend einer niedrigern Tem-peratur ausgcsczt, als ihnen zu ihrem Wohlbefinden nöthig ist, soäußert sich die Wirkung davon zuerst in einem kümmerlichenWachsthum, weil durch den zu geringen Grad der Wärme alleFunktionen der Pflanze langsamer vor sich gehen und die Assimi-lation verzögert oder aufgehalten wird. Daher gelangt eine solchePflanze gewöhnlich auch nicht zum Blühen, oder wenn dieses ge-schieht, so geht die Befruchtung nur unvollkommen oder gar nichtvon Statten, und die Folge davon ist die Unfruchtbarkeit derdurch Wärmcmangcl leidenden Pflanze.
') Diese Räude der Oelbänme u. a. rührt aber vielleicht auch vonInsekten her, welche durch ihre Stiche kleine Anschwellungen aufder Rinde erzeugen, die dem Baume schädlich werden können.(Vergl. De ri>;«iol. ve»et. m, p. >38S).