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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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vom Frost getroffene Ast oder Stamm gewöhnlich ganz ab, und>m lcztern Falle kann man den Baum von seinem gänzlichen Un-tergänge nur dadurch retten, daß man die crfrvrnen Theile bisauf die gesund gebliebenen Stellen weghaut, und ihn auf dieseWeise zwingt, neue Knospen und Acste zu treiben. Wenigerschädlich wirkt im Allgemeinen die Frvstkälte im Winter, wo dieSäfte in den Holzpfianzcn in geringerer Menge vorhanden sind,und ihre Bewegung langsamer ist. Eben so vermögen gewöhnlichdie Pflanzen mit dickern, harzigen Säften der Kälte besser zu wi-derstehen, als die mit dünnern und mehr wässerigen Säften ver-sehenen; daher sieht mau die Nadelhölzer noch in Menge inder kalten Zone gedeihen und der größten nordischen Kälte trotzen,wo die meisten Laubhölzcr nicht mehr auszuhalten vermögen. Ostkommt cS auch auf die Beschaffenheit der Rinde und auf dasVermögen derselben an, die Einwirkung der Kälte auf den Bastund das junge Holz abzuhalten, was bei der Birke der Fall ist,deren äußere, auS vielen trocknen Lamellen bestehende Rindenschichtc, diesich an den jüngcrn Stämmen nie in Längsrissen spaltet, den vonihr bedeckten Theilen einen solchen Schutz gegen die Kälte ge-währt, daß dieser Lanbholzbaum auf den Alpen und über demnördlichen Polarkreise unter allen bekannten Bäumen am weite-sten gegen die ewige Schnee- und EiSregion hin noch bestehenkann. Indessen gibt eS noch mancherlei andere Verhältnisse, welchedie Wirkung der Kälte auf die Pflanzen abzuändern im Standesind. So geschieht cS z. B. nicht selten, daß in kalten Winternältere, dickere Bäume durch die Kälte in Spalten aufspringen,während dünnere, von einigen Zollen Durchmesser nicht dadurchleiden, obgleich die Temperatur dcS Stammes in den leztern inweit höherm Grade sich erniedrigt, als in den erster». Da daSErfrieren der Pflanzen überhaupt nur von den flüssigen Bestand-theilen derselben ausgeht, so beruht die Ursache des AufspringenSbei den dickern Stämmen nicht sowohl aus einem geringern Tem-peratu.-grade, sondern auf der bedeutender» VolnmcnS-Vergrößcrung,welche eine größere, gefrierende Masse in Vergleichung mit einerkleinern (durch die Krystallisation dcS Wassers und die bekannte,damit verbundene größere RanmauSfüllung) erleidet. So äußert beider Frvstkälte die größere Menge von Wasserduust in der Atmo-sphäre und sein Niederfallen als Reif in der Regel einen sehr nachthciligen