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man besonders in zu feuchten Sommern wahrnimmt und diewir unter den Mißbildungen schon kennen lernten, gezählt wird.Auch lang anhaltende Nebel und Regen können schon nachtheiligeinwirken, indem sie die Befruchtung verhindern und dadurchFehlschlagen oder Mißfall verursachen. Ist ein Uebermaßder Feuchtigkeit mit Lichtmangel verbunden, so tritt Vcrgeilung,Bleich- und Gelbsucht ein, und wenn auch noch eine Ab-nahme der Warme dazu kommt, so kann die allzugroße Verdün-nung der Säfte in Wassersucht übergehen, welche vvrzüglichleicht bei den Pflanzen mit fleischigen Wurzeln, bei den Zwiebel-gewächsen und bei den mit von Natur schon saftigen Stengelnund Blättern versehenen entsteht. Es werden dadurch selbst dieZcllenmembrancn weicher, die Theile der Pflanze erhalten einenschwächer» Geruch und faden Geschmack, schwellen auch wohl zumTheil widernatürlich an und gehen leicht-in F ä u l n i ß über,welche, wenn sie an den lebenden Theilen der Pflanze um sichgreift, in den feuchten Brand ausarten kann. Der feuchteBrand entsteht jedoch besonders dann, wenn neben der Feuchtig-keit noch ein allzustark gedüngter Boden vorhanden ist (wenntiefwurzelndc Pflanzen dicht bei Düngergruben wachsen u. s. w.),wo dann an den weich- und fcuchtwcrdenden Pflanzenthcilen Ge-schwüre sich bilden, aus welchen eine scharfe und faulichte, schwärz-liche Jauche fließt.
Ein Ucbcrfluß an Feuchtigkeit, bei sehr nahrhaftem Bodenund gehöriger Einwirkung des Lichtes und der Wärme, bewirktbei einer kräftigen Assimilation, eine Vermehrung der Nahrungs-und Bildungssäfte oder eine N vl lsa st igke i t, in deren Folgedas Anstecken dieser Säfte an die Oberfläche der Pflanzen oderder Saftfluß stattfindet, welcher zuweilen nicht sehr passendals Blut stürz bezeichnet wird. Dabei trocknen, nebst den zu-nächst liegenden Theilen, die ausgcflossenen Säfte entweder aufder Oberfläche nur ein, ohne sich weiter merklich zu verändern,wie das Gummi der Kirschen-, Mandel- und Pflaumen-baumc und das Harz der Nadelhölzer, oder diese Safte,gehen in säuerliche Gährung über, nehmen eine ätzende Eigen-schaft an, und verursachen Geschwüre oder selbst den Baum-krebs. Dieser besteht in einem schwammigen Auswüchse, wel-cher, wie die Geschwüre beim feuchten Brande, fortwährend eine
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