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ätzende Jauche ausfliesten läßt, und dadurch immer weiter umsich frißt. Wenn an tiefliegenden Stellen Ueberschwemmungeneintreten, und das Wasser längere Zeit über dem Wurzelhalse derPflanzen stehen bleibt, so wird dadurch der so, nöthige Zutrittdes Sauerstoffes der Luft zu den Wurzeln abgehalten, was eben-falls eine krankhafte Veränderung der Safte und, außer derFäulniß und dem feuchten Brande, den Baumkrcbs herbeiführenkann, bei welchem man noch den offenen und verborgenenKrebs unterscheidet, je nachdem derselbe auf der Oberfläche desStammes zum Vorschein kommt oder unter der Rinde verstecktbleibt, wo er dann schon weit um sich gegriffen haben kann, be-vor man ihn bemerkt, und dadurch nur um so gefährlicher wird.Aber auch abgesehen von diesem Verderben der Säfte, kann einstarker Saftfluß doch immer eine Entkräftnng und, wenn erlänger fortwährt, selbst die gänzliche Abzehrung der Pflanzeherbeiführen, welche dann ihrerseits wieder von mancherlei an-dern Uebeln, namentlich vom Verdorren und Wurmfraß(sogenannter Wurm trockn iß) begleitet ist, die aber auch inFolge von andern Krankheiten, von unfruchtbarem Boden, unge-schickter Verpflanzung, ungünstigem Klima, von übermäßigemBlüthen- und Fruchttragcn, von Insektenfraß n. s. w. herbeige-führt werden können.
Zu den krankhaften, durch Saftflnß ausgeschiedenen Säftengehört auch die aus der Blüthen- oder Manna-Esche, ausder Manna-Tamariske und andern, schon früher (II, S.321) genannten Pflanzen ausschwitzende Manna, ferner der Ho-nig thau, welcher als ein durchsichtiger, süßer, klebriger Ucbcr-zug auf der Oberfläche der Blätter sehr verschiedener Pflanzenbei heißer Witterung, nach einem feinen Regen sich zeigt, nachgenauern Beobachtungen wirklich von den Blättern selbst ausge-schieden, und nicht, wie man früher ziemlich allgemein annahm,wn den zahlreichen Blattläusen erzeugt wird, welche sich gewöhn-lich zugleich mit dem Hvnigthau auf den Blättern, aber stets aufderen untern Fläche cinfindcn, während der süße Saft nur aufder obern Blattfläche ausgesondert wird.