— —
Zweiter Artikel.
Vvn den Krankheiten, welche mehr durch mechanischeUrsachen herbeigeführt werden.
§. 2Z9.
Au den einfachern mechanischen Ursachen, welche einen mehroder weniger schädlichen Einfluß auf die Gesundheit der Pflan-zn zu äußern vermögen, gehören solche, durch welche noch nichtdrr Zusammenhang der Theile aufgehoben wird, wie die Quet»schling, Reibung, anhaltender Druck n. s. w. Diesekönnen bei zärtcrn, krautigen Theilen, durch Erschwerung oderUnterbrechung der Saftcbcwcgung, ein Kränkeln und selbst einAbsterben zur Folge haben, während ste auf festere und holzigeTheile weit seltner einen so nachtbciligcn Einfluß äußern. Sosieht man auf den Stämmen und Aesten der Bäume au den ge-quetschten oder durch wiederholtes Reiben beschädigten StellenKnoten oder Wülste in der Rinde entstehen, indem sich andiesen Stellen der absteigende Säst anhäuft »ud so die wulstför«migcn Bildungen bedingt, oder es bilden sich, wenn nur dieOberhaut mit den zunächst unter dieser liegenden Zellenschich-tcn durch Reibung oder Stoß vcrlczt wurde, Flecken, diedurch eine verschiedene Textur und Färbung, sich auszeichnen undals Baum flecken oder Mu tter m ä h ler bekannt sind, welcheman namentlich auch an Früchten findet, die vor ihrer Reife einerwiederholten Reibung (durch die Bewegung der Aeste u, s. w.)ausgehest waren.
Ein anhaltender Druck kann dagegen auf krautige und hol-zige Pflanzen andere nachtheilige Wirkungen äußern. Wenn z.B. die Wurzel oder der Stamm einer Pflanze zwischen zwei festeKörper, z. B. Steinplatten oder Felsen eingeklemmt sind, so kön-nen sie sich nicht allseitig in die Dicke ausdehnen, sondern wer-den mehr nach der Richtung, wo sich ihnen kein Hinderniß cnt-Segenstcllt, d. h. in die Breite wachsen, und dadurch eine plattge-drückte Gestalt, ähnlich den bandförmig verbreiterten Stengeln(S. 6) annehmen, von welchen sie sich aber doch eben durch dieUrsache ihrer Entstehung unterscheiden. Ein solches ZusammenpressenBischofs, Botanik. U. DandeS r. THI- 4