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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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54
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hierher, welche sich oft in unüberzählbarcn Haufen sammeln, die,dickten Wolken gleich und die Sonne verdunkelnd, große Lander-strecken überziehen, wo sie einfallen, in wenigen Stunden allesGrüne verzehren, dadurch den fruchtbarsten Gegenden das Anse-hen einer nackten Winterlandschaft geben, und selbst nach ihremTode noch, oft Fuß hoch übereinander gehäuft, durch den Gestankihrer faulenden Leichen die Luft verpesten und Krankheiten erzeu-gen. Groß ist ferner die Verheerung, welche die Raupen derSchmetterlinge anstellen. Bekannt sind die Kohlweiß-linge (?apilio krnssivns, I*. kapre« , k. und andere

dieser Gattung, welche auf Kohlarten und andern Krcuzblüthigensehr häufig und schädlich sind. Dem Winterkohl (Lrnsslo»«storaoea rwopsinl.i) ist noch die K o h l-R ü ß c l m o t te (tchinn-kus Lrassiono) gefährlich, deren Raupe auch die Kümmclpflan-zcn verwüstet. Den Obstbäumcn sind die Raupen verschiedenerSpinner (komb^x Aeu8ti-i» , k. ,Ii8j,ar, L. prooossionea u.a.), den Eichenwäldern die einer andern Art derselben (Lomk^xAlonkucko), nebst denen der F rostspanner (klussaena irrumst»),den Fichtenwäldern die Raupen der F i ch tcnsp in ner (Lom-hisx kini), der Fi ch ten spa nn er (?Iik»Ir»enn Keometra pini»-ris) u. a. m. durch das Zerfressen der Blätter verderblich.Auch die Blattwickler (k/rulis) sind zu nennen, deren Rau-pen sich in die Blätter einwickeln, indem sie die Ränder derselbenan mehreren Punkten mit Seidenfäden zusammenheften, und soeine Rohre bilden, worin sie verborgen liegen und gemächlichdas Parcnchym dieser Blätter verzehren können; besondersist der We inr c b en w i ck ler (Pralls Vitis), der an denWeinstöcken oft großen Schaden verursacht, von den Weingärt-ncrn gefürchtet.

Endlich haben die Pflanzen unter den Nachtschmettcrlingenin der Zunft der Motten (Din-sne),och manche gefährlichenFeinde. Dahin gehören erstlich diejenigen, deren Raupen dieOberhaut der Blätter nach verschiedenen Richtungen unterhöhlen,indem sie das Parcnchym der Mittelschichte verzehren und sichauf diese Weise Gänge bilden, worin sie sich aufhalten, daherman sie auch Minirraupen (M inirwürmer) nennt; fernerjene, deren Raupen die Obstbäume und andere Holzgewächse mitgroßen Gespinnstcn (den bekannten Raupennestern) überziehen,.