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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
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Z. 247.

Eine ebenfalls auf Blattern, jedoch nur auf deren oberenFlache, so wie auf jüngeren Zweigen häufig vorkommende Krank-heit ist der Rußt hau, wobei die genannten Theile an Holzpflan-M, seltener auch an krautigen Gewächsen mit einem schwarzen,sammctartigcn, dem Ruße ähnlichen, aber nicht abfärbendenUcbcrzuge sich bedecken. Anfangs erscheint dieser Uebcrzng nurwie ein leichter, schwärzlicher Anfing; allmälig wird er aber stär-ker, und stellt endlich eine derbe, schwarze Kruste dar, die sichvon den kranken Pflanzenthcilen ablösen läßt. Sie wird auchdurch einen Fadenpilz, nämlich durch die Rnß-Ketten flocke(Olasto^ini-ieim I'um.iAo verursacht. Bei ihrer Entstehung

gewahrt man, wie beim Mchltban, eine schlcimartige, gleichförmige,die Blätter und Zweige überziehende Mäste, worin sich ein unre-gelmäßiges Gewebe äußerst zarter, dunkelbrauner Fäden ent-wickelt; diese sind theils einfach, theils verzweigt und aus kurzenkugeligen Gliedern zusammengesezt, wodurch sie ein perlschnurähn-lichcs Ansehen erhalten. Indem die Bildung dieses Fadengewcbcsübcrhand nimmt, wird der schwarze Ucberzug mehr krnstenartig;es vereinigen sich mehrere Fäden zu stärkern Flocken, die sich auf-richten und durch ibrc gedrängte Stellung dem Ueberznge ein sam-mctartiges Ansehen verleihen. Kann der Schmarotzerpilz seinehöchste Entwicklungsstufe erreichen, was jedoch nicht oft geschieht,so setzen die aufgerichteten Flocken mehrfach geringelte Fortsätze (Spo-ren) an, die abgeworfen werden, und als schwarzes Pulver zwi-schen den Flocken sich sammeln. Es ist also auch der Rußthaueine durch krankhaften Zustand der von ihm befallenen Pflanzcn-theile hervorgerufene Pilzcrzengung, welche, wenn sie sehr über-hand nimmt, ein kümmerliches Wachsthum und eine Beschleunigungdes Todes der davon befallenen Theile herbeiführen kann. Ob-gleich der Rußthau in den verschiedensten Lagen und Bodenarten,lv wie unter den mannichfachstcn Wittcrungsverhältnisten beobach-tet wird, so erscheint er doch gewöhnlich nach länger anhaltendemRegen oder auch nach langwährender Trockenheit, und zeigt sich,wie der Mchlthau, am häufigsten zu Ende des Sommers undim Herbste, wo die Lebensthätigkeit in den Blättern ohncdicßschon im Abnehmen begriffen ist. Er wird vorzüglich auf Bäu-men und Sträuchern, z. B. Weiden, Pappeln, Birken,