Buch 
2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
75
JPEG-Download
 

den Pilzen der tiefern Bildungsstufe hat man die hierher gehörigenSchmarotzer den leztcrn beigezählt und als sclbstständige Ge-wächse angesehen, die man dann wegen ihrer Erzeugung im In-nern lebender Vegctabilien, zusammt den innerlichen Schmarotzern,Entvphytcn (Eingeweidcpflanzcn) genannt hat. Derengibt es eine große Menge, und es sollen hier die für Krankheits-lchre »nd Landwirthschaft bemcrkcnswerthcrn angegeben werden.

§. 250.

Zunächst an die oberflächlichen, schmarotzenden Fadenpilzereihen sich die unter der Oberhaut entstehenden und durch dieSpaltöffnungen über dieselbe hervortretenden entop hyti sehenFadenpilzc an. Sie unterscheiden sich von den übrigen Aus-schlagsschmarvtzcrn dadurch, daß ihre Muttcrmasse keine dickflüssigeKonsistenz hat, sondern eine dünnflüssige und in manchen Fällensogar, wie es scheint, dunstfvrmige Substanz darstellt, welche sichin den früher (II, S. 79) beschriebenen, unter den Spaltöffnun-gen, befindlichen Lusthvhleu (den sogenannten Athemhvhlcn) an-sammelt, und woraus sich die ve»schiedengcstalteten Fäden bilden,die, durch die Spalte der Poren sich hervordrängcnd, ihre Sporenreifen und, diese über die Oberfläche des sie tragenden Pflanzcn-theils zerstreuend, abwerfen.

So geschieht die Entwicklung der Walzensporlinge ( 67 -linlli-ospoim 6 ><w.), welche auf der untern, seltner auf beidenFlächen der Blätter verschiedener Pflanzen (z. B. des Gemüse-kohls, der Gundelrebe ( 6 Ieol,o,nn siodernoeum) , mehrererK v r b b lü t h i g c n (I-apsnnn coinmunis, ?re»nntl>os inurslis),der großen Nessel (Hirtinn stioirn) u. a. m.) runde, staubige,weiße Flecken bilden. Diese bestehen aus einfachen gegliedertenFäden, welche büschelweise aus der Spalte einer Pore hervortre-ten, sich alsdann strahlig ausbreiten und m ihre einzelnen Glie-der, deren jedes eine Spore darstellt, zerfallen *). Diesen ähnlichund nahe verwandt sind die Astfl 0 cken ekn-riulnrin -),

die aber schon ihre zylindrischen, meist durch eine Querwand ge-theilten Sporen auf besondern, mehr oder weniger verzweigten,röhrigen Fäden tragen, welche ihrerseits wieder aus einer fädigeu,

') Unger, Exantheme der Pfl. lad. r, kig. 9 . — -) Das. k-F. 10—12.