Buch 
2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
74
JPEG-Download
 

74

geht nämlich nur von der Oberhaut und den ihr ungehörigenTheilen aus; sie tritt häufiger auf der untern als auf der obernFläche der Blätter ein, sieht aber nickt mit den Spaltöffnungenin näherer Beziehung, da die Fasern unmittelbar aus den Wän-den der veränderten Oberhautzcllcn selbst entspringen. Es wer-den, wie schon bemerkt, nur lebende Blätter von dieser Krankbeitbefallen, und zwar sind es fast ausschließlich die Blatter dikotylc-douischer Bäume und Sträucher, unter unsern einheimischen na-mentlich die der Kätzchcntrag c u den, der Ahor n e undObstbäumc, welche diesem Uebel unterworfen sind. Man siebtferner die Blattfascrn vorzüglich an jungen Bäumchcu und strauch-artigen Stämmen, dann bei erwachsenen Bäumen mehr aus denBlättern der untern Aeste und Zweige entstehen. Als äußereUrsachen lasten sich entweder ein zu großer Fenchtigkeitsgrad odereine übermäßige Trockenheit, bei gehöriger Luftwärme, erkennen,welche beide durch Zurückhaltung der zur Ausdünstung bestimm-ten Stoffe eine örtliche Vollsaftigkeit herbeizuführen vermögen.Daraus läßt es sich auch erklären, warum auf der einen Seitedichte, schattige Wälder und feuchte Auen, auf der andern trockne,dürre Hügel zur Erzeugung der Blatt fasern besonders ge-eignet sind.

2. A u s s ch l a g s - S ch m a r o h e r.

§. 249 .

Hierher sind alle diejenigen zu zählen, welche unter derOberhaut oder überhaupt unter den äußersten Zellenschichten derPflanzen entstehen, und erst mit ihrer wettern Ausbildung durchdie sie bedeckenden Schichten hervorbrechen und auf der Oberflächeerscheine«. Bei allen, die man bis jezt von ihrem Entstehen anbeobachten konnte, wurde erkannt, daß der Erzeugung dieser Schma-rotzer die Bildung einer Substanz aus den krankhaft verändertenPfianzensäften vorausgehtwelche man die Muttermasse nen-nen kann, da aus ihr unmittelbar die erwähnten Afterbildungcnhervorgehen. Diese reihen sich den einfachsten und unvollkom-mensten vegetabilischen Bildungen an, zeigen aber untereinandereine große Verschiedenheit, und es läßt sich dabei wieder einedeutliche Stufenfolge von dem Einfachern zu dem mehr Zusam-mengeseztcn nicht verkennen. Wegen mancher Aehnlichkeit mit